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Mönchengladbach: Comedian Fabian Hintzen tritt im Cinedrive Autokino auf

Interview mit Comedian Fabian Hintzen : „Jeder hat alle Corona-Witze gehört“

Als Jugendlicher war der Comedian Fabian Hintzen in vielen Fernseh-Shows zu Gast. Heute hat er eine Agentur für Markenentwicklung und steht in seiner Freizeit auf der Bühne. Am Dienstag tritt er im Cinedrive Autokino auf.

Wie sind Sie zur Comedy gekommen?

Hintzen Angefangen hat es im März 2008 mit 15 Jahren. Ich habe einen Wettbewerb gewonnen. Ein paar Tage später kam dann ein Anruf, ob ich in München auftreten möchte. Das habe ich natürlich gemacht und es hat Spaß gemacht. Mein zweiter Auftritt war bei „NightWash“. Dann folgten Fernseh- und Bühnenauftritte.

Wie sind Sie damit umgegangen, in jungen Jahren so einen Erfolg zu haben?

Hintzen Mit 18 Jahren wollte ich es nicht mehr machen. Wenn man Comedian ist, dann muss man immer Arbeitsproben abgeben, wenn man mit jemandem redet. Darauf hatte ich dann einfach keine Lust mehr. Ich wollte selbst nicht das Produkt sein. Deswegen habe ich aufgehört. Nach ein paar Monaten habe ich wieder die Bühne betreten. Nur mein Gesicht aus Fernsehkameras rausgehalten. Wenn man sich anguckt, was im Fernsehen erfolgreich ist, dann möchte ich nicht dazu gehören. Weil ich 99 Prozent der erfolgreichen Comedians nicht gut finde.

Nachdem Sie schon in allen Ecken Deutschlands aufgetreten sind, spielen Sie kommende Woche wieder in Mönchengladbach.

Hintzen Genau. Das ist cool, weil man vielleicht die Leute kennt, die im Publikum sitzen. Man muss sich da wahrscheinlich besonders anstrengen. Und natürlich sitzen alle im Auto. Das ist auch was ganz Neues. Comedy ist ja eigentlich ein Dialog. Ich sag was, dann kommt was zurück. Das fällt jetzt weg. Es wird ein Monolog, ein bisschen mehr wie Theater oder wie Radio-Comedy, aber mit dieser Live-Komponente.

Passen Sie Ihr Programm daran an?

Hintzen Ja, ich muss inhaltlich umbauen. Bei manchen Sachen sag ich: „Ich bin gestern da und da gewesen.“ Das kann ich jetzt nicht, weil das eine Straftat wäre. Aber die Pointen sind gleich. Ich möchte auch nichts über Corona machen, weil jeder, der ein Handy hat, mittlerweile alle Corona-Witze gehört hat, alle Klopapier-Witze. Ich möchte ein bisschen Normalität reinbringen.

Was erwartet die Zuschauer denn abgesehen von Ihnen an dem Veranstaltungsabend?

Hintzen Die Kollegen sind sehr gut. Ich bin mit allen schon aufgetreten. Mit Erasmus Stein, dem Moderator, sogar mal in Gladbach. Im Prinzip ist das eine einmalige Gelegenheit, weil da eine Art von Humor entsteht, die man nicht mehr wiederkriegt, wenn Corona weg ist. Zum Beispiel Improvisationen mit dem Publikum fallen ja wahrscheinlich weg. Vielleicht wird es auch katastrophal. Aber ich bin optimistisch. Wenn keiner lacht, krieg ich es ja nicht mit.