Seie Anders wohnen : Die Herbstzeitlose: Ein Festival für zeitgenössische Kunst

Einen Raum im Bunker hat Bernhard Petz in einen Konzertsaal verwandelt. Dort startet im September das Programm „Die Herbstzeitlose 2019“.

(isch) Dass der Bunker in Güdderath ein ganz besonderer Ort ist, haben nicht nur Bernhard Petz und Zdzislawa Worozanska-Sacher erkannt. Auch Michael Grosse war ab dem ersten Augenblick völlig begeistert. Und so schmiedeten der Generalintendant des Gemeinschaftstheaters Krefeld/Mönchengladbach und der Eigentümer der außergewöhnlichen Immobilie schon vor Jahren einen Plan – nämlich ein Stück Theater in diese Räume zu holen. Die Kooperation war besiegelt, und jetzt kann es losgehen. Ende September wird der Bunker zum ersten Mal für die Allgemeinheit geöffnet. Ab dann folgt ein Programm, das Petz „Die Herbstzeitlose 2019“ genannt hat.

Und das startet am Sonntag, 29. September, um 11 Uhr. Bernhard Petz führt durch den Bunker, die Sopranistin Gabriela Kuhn singt Songs aus „Lola Blau“ von Georg Kreisler, und Michael Grosse, wird Texte von Wolfgang Borchert rezitieren. Weiter geht es am Mittwoch, 2. Oktober, 20 Uhr, mit einer Uraufführung – Requiem an Schuberts Grab. Sophie Witte (Sopran) und Rafael Bruck (Bariton) singen eine Komposition von Antonia Petz – eine Klang- und Lebensraumbeschreibung in 15 Sätzen auf der Grundlage von Tonaufnahmen bei Franz Schuberts erster Grabstätte in Wien. Begleitet werden sie von Anna Maria Brodka und Noh Yun Kwak (Violine), Laura Krause (Bratsche) und Elke Höppner (Cello). Das Klavier spielt der Leiter des Ensembles, Yorgos Ziavras.

Am Mittwoch, 9. Oktober, beginnt um 20 Uhr ein Gedenkgottesdienst mit Werken von Gideon Klein, Pavel Haas, Leo Smit und Hans Krasa. Und am Donnerstag, 10. Oktober, 20 Uhr, wird zu einem wissenschaftlichen Vortrag eingeladen. Norbert Wex vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie Bonn berichtet über Neuigkeiten von den Schwarzen Löchern. Der Vortrag ist auch für Zuhörer ohne explizites Fachwissen geeignet. Eine „Bunkerführung Spezial“ bietet Bernhard Petz am 13., 20. und 26. Oktober, jeweils um 18 Uhr an. Er und Zdzislawa Worozanska-Sacher zeigen in 15 Räumen auf 700 Quadratmetern ihre Werke aus allen Schaffensperioden. Nach der Pause erleben die Gäste die Uraufführung der Symphonischen Dichtung „Aleppo“ von Bernhard Petz.

Am Sonntag, 3. November, gibt es um 20 Uhr eine weitere Premiere im Bunker. „Das Tagebuch der Anne Frank“ wird als Monooper für Sopran und Kammerorchester (Fassung für Schlagzeug, Kontrabass und Klavier) in zwei Teilen und 21 Episoden aufgeführt. Unter der musikalischen Leitung von Michael Preiser singt Panagiota Sofroniadou den Part der Anne Frank. Für die Inszenierung ist Katja Bening verantwortlich, die Ausstattung stammt von Zdzislawa Worozanska-Sacher und Bernhard Petz.

www.die-herbstzeitlose.de

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