Mönchengladbach: Blaue Rheydter mit Ausstellung zu Vermüllung der Ozeane

Rheydter Kunsttage : Wie Plastik die Ozeane vermüllt

Die Künstlergruppe „Der Blaue Rheydter“ bespielte für ein Wochenende eine ehemalige Apotheke mit einer Ausstellung zu den Rheydter Kunsttagen.

Zu den zehnten Rheydter Kunsttagen hat die Künstlergruppe „Der Blaue Rheydter“ sich zu einem politischen Statement zusammengefunden. Die Vermüllung der Meere, die Verantwortung jedes Einzelnen an dieser Umweltkatastrophe, ist das Thema der großflächigen Gemeinschaftsarbeit, die den Besucher in der ehemaligen Apotheke Ecke Brucknerallee/Mühlenstraße in den Bann zieht. Mehr als der halbe Raum ist mit blauem Tuch ausgeschlagen, Straßen- und Kulissenmaler Gregor Wosik hat die ganze Stirnwand mit einem stimmungsvollen Seestück tapeziert, und auf dem stilisierten Meeresboden ergießt sich ein Fluss aus erschreckend pittoreskem Plastikmüll: ausgediente Küchengeräte, Obstverpackungen, Getränkeflaschen und so fort in allen Farben des Regenbogens. Über diesem „Blauen Planeten“ schwebt, unter der Decke des leerstehenden Lokals, ein Netz aus Maschendraht, in dem lauter kleine Püppchen zappeln. „Alles hängt mit allem zusammen, das Plastik ist die Realität, die Kinder im Netz sind unsere Zukunft“, sagt Wolfgang Ruske, der Sprecher der rund 20-köpfigen Gruppe.

Bezirksvorsteherin Barbara Gersmann (SPD) zeigte sich in ihrer Begrüßung „Stolz und froh“, dass in „ihrem“ Stadtbezirk seit 2009 so rege und kreative Menschen wie die Künstler der Gruppe „Der Blaue Rheydter“ aktiv sind. Kunstbüro und Quartiersmanagement unterstützten die Aktion, die am Rande des Blumensonntags in der zentralen Lage am Marktplatz besondere Beachtung fand. Zur Eröffnung der Ausstellung waren an die 50 Kunstinteressierte gekommen, die als Überraschung klassischen indischen Ausdruckstanz geboten bekamen: Dipika Das Weingran, neues Mitglied der Künstlergruppe, führte im folkloristisch orange-grünen Kostüm und intensiver Schminke eine aus ritualisierten Gesten, Minenspiel und Bewegungen komponiertes Bewegungstheater vor.

Drumherum Arbeiten der Blauen Rheydter: Waltrud Knops’ gerostete Keramiken, in denen Gruppen stilisierter Elemente zusammenstehen; Ursula Breuer-Kieven reihte ehemalige Zigarillo-Dosen gefüllt mit Zirbelschneckenhäusern und anderen Fundstücken zur Kleinskulptur.  Daniela Witt zeigte Stoffarbeiten zum Thema Wasser. Ein „Weißer Hai“ von Rainer Käsmacher riss in Acryl auf Leinwand sein furchterregendes Maul auf. Viel zu entdecken.