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Mönchengladbach: Benjamin Hewat-Craw und Yuhao Guo spielten Schumann

Schumann-Konzert in Mönchengladbach : Stimme und Instrument zur Einheit

Bariton Benjamin Hewat-Craw und Pianist Yuhao Gao überzeugten das Publikum mit ihren Schumann-Interpretationen. Und bereiteten ihren Zuhörern eine eindrückliche poetische Stunde.

Es war in dieser Saison das erste Konzert des Zyklus „Junge Virtuosen“, der normalerweise im Schloss Rheydt angesiedelt ist, nun aber – coronabedingt – in den gut besuchten Konzertsaal des Theaters verlegt werden musste.

Bariton Benjamin Hewat-Craw und sein Pianist Yuhao Guo hatten bereits im vergangenen Jahr als kurzfristige Einspringer bei einem Schlosskonzert mit Franz Schuberts „Winterreise“ einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen. Nun widmeten sich Sänger und Pianist Robert Schumann und dessen „Liederkreis“ op.39. Hier präsentierten sie die Liedfolge so, wie der Dichter Joseph von Eichendorff es ursprünglich vorgesehen hatte – und widmeten sich der „Dichterliebe“ op.48 nach Heinrich Heine.

Völlig einig in ihren Interpretationsvorgaben, bereiteten sie dem konzentrierten Publikum eine eindrückliche poetische Stunde – mal spannungsgeladen, dann wieder voller Wohlklang. Der aus England stammende Sänger – ausgebildet bei Christoph Prégardien und Lioba Braun – verfügt über einen flexiblen, farbenreichen Bariton sowie über vorbildlich klare Diktion. Traumwandlerisch sicher trifft er die unterschiedlichen Stimmungen der mal traurigen, mal besinnlichen, dann wieder übermütig und fröhlich wirkenden Lieder.

Yuhao Guo begeisterte die Zuhörer mit seiner Brillanz und Virtuosität in der Ballade Nr.4 f-Moll op.52 von Frédéric Chopin, die er zwischen den beiden Liedzyklen präsentierte. Doch vor allem war er ein vorbildlicher Mitgestalter am Flügel, der es verstand, seinem Sängerkollegen einfühlsam zu sekundieren. Das mustergültige Duo dankte für den reichen Applaus mit dem Schumann-Lied „Myrten und Rosen“. Heide Oehmen