Kultur in Mönchengladbach Kraftvolle Stimmen beim Konzert in der Citykirche

Mönchengladbach · Beim Benefizkonzert des Bauvereins Hauptkirche begeisterten 70 Sänger und Musiker das Publikum. Das Junge Vokalensemble, der Newkammer-Chor der Gladbacher Singschule und das Orchester der Münstermusik waren an dem Abend beteiligt.

Solistinnen Elisabeth Pfeiffer (links) und Marie Lina Hanke zeigten eine beeindruckende Leistung bei dem Konzert.

Solistinnen Elisabeth Pfeiffer (links) und Marie Lina Hanke zeigten eine beeindruckende Leistung bei dem Konzert.

Foto: Silke Jüngermann-Schnettler

Dieses kleine, glückliche Lächeln sagte alles. Eine Sekunde, bevor im zweiten Teil „Die sieben Worte Jesu am Kreuz“ begannen, strahlte die kleine, zierliche Sopranistin Maria Dewies den Dirigenten Klaus Paulsen an. „Ich war so unglaublich froh, dort zu stehen“, sagte die Solistin nach dem Benefizkonzert des Bauvereins Hauptkirche am Sonntag. 70 Sänger und Musiker wirkten mit im Jungen Vokalensemble und Newkammer-Chor der Gladbacher Singschule und dem Orchester der Münstermusik. Das Konzert war geprägt von einer fast mit den Händen greifbaren Freude der Akteure. Die warme, energievolle Stimmung, die von den Musikern ausgingen, strahlte bis in die letzte Reihe der vollen Citykirche. So herzlich, wie sich viele begrüßten, wirkte die gewachsene, von jung bis alt bunt gemischte Gemeinschaft wie ein Familientreffen. Kirchenmusikdirektor Klaus Paulsen hielt alles liebevoll, enorm präzise und klar führend zusammen.

Das „Stabat Mater“ von Pergolesi im ersten Teil erzählt vom Schmerz der Muttergottes. Marie Lina Hanke und Elisabeth Pfeiffer sangen das Sopran- und Alt-Solo. Die beiden Paulsen-Schülerinnen sind erst 19 und 18 Jahre alt und zeigten eine beeindruckende Leistung: Marie Linas Klang war warm und schwerelos, der von Elisabeth erdig und kraftvoll. Das Orchester reagierte fein, es überdeckte die Sängerinnen nie. Es spielte von der berühmten Basslinie zu Beginn und den sich reibenden Geigen bis zum explosiven Finale die stilistische Bandbreite genüsslich aus. Konzertmeister Heiko Schmitz ging mit seinem ausdrucksstarken Spiel voran. Das Junge Vokalensemble der Musikschule folgte sauber, präzise und mit einer Reinheit, wie sie nur ganz junge Stimmen haben.

„Die sieben Worte Jesu am Kreuz“ von César Franck begannen zart und klar, dann wuchs das romantische Oratorium zu monumentaler Größe. Der Newkammerchor lebt von dem Mix aus ganz jungen, strahlenden Stimmen und gestandenen Sängern. Er sang gestochen präzise, voller Kraft und Wärme. Auch die schwierigen A-cappella-Stellen bewältigte er, ohne auch nur einen Hauch abzusacken. Die 25-jährige Solo-Sopranistin und Gesangsstudentin Marie Dewies hat bereits eine so voluminöse, glanzvolle Stimme, dass sie völlig mühelos die Kirche füllte. Auch der Tenor Giovanni da Silva war bis zum hohen C voll da, er sang berührend weich und emotional. Der Bass Manfred Bühl sorgte ebenbürtig für das kraftvolle Fundament. Am Ende gab es dafür langen und stürmischen Beifall.

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