Mönchengladbach: Bauchredner Sascha Grammel auf der Bühne

Ein Abend mit Sascha Grammel : Josie verrät ihr Beauty-Geheimnis

Mönchengladbach war Tourauftakt für die Puppet-Comedy des Bauchredners Sascha Grammel. Mit seinem Programm „Fast fertig“ begeistert er die Zuschauer in der ausverkauften RedBox mit seinen fantasievollen Gefährten.

Wer reif für die Insel ist und einen Abend lang Urlaub braucht, ist auf Grammel Island, der karibische Südseeinsel des dauergutgelaunten Bauredners Sascha gut aufgehoben. Mit Witz, tiefgründiger Ironie und fröhlicher Leichtigkeit entführt Grammel die Menschen in seine Welt und lenkt ihre Gedanken für knapp zwei Stunden auf die wichtigen Dinge des Lebens.

Mit verschiedenen einfallsreichen Puppen ist der Bauchredner im Dialog. Jede Figur hat ihre eigene Stimme in Akzent, Tonfall und Sprachmelodie, was ihr eine besondere Individualität verleiht. Für den Zuschauer unsichtbar und ohne Lippenbewegungen oder Mimik zu zeigen, gibt Sascha Grammel ihnen eine Stimme. So lenkt er die Aufmerksamkeit der Zuschauer voll und ganz auf die Puppen und lässt sie lebendig werden. Er erschafft sympatische Gestalten, die nicht länger Phantasie bleiben, sondern Teil der Wirklichkeit werden.

In seinem Programm „Fast fertig“ kann man einiges lernen: Rumänisch zum Beispiel, oder Schildkrötenyoga, und man erfährt, wie ein Lama von der Seite aussieht.

Die schüchterne Josie, mit ihren großen Kulleraugen ist Schildkröte der Herzen. Sie arbeitet mit ihren bereits 114 Jahren noch immer als Geldautomat. Sie hat in dieser langen Erdenzeit einiges an Weisheiten gesammelt, und verrät den Besuchern ihr Beauty-Geheimnis: „Wer am Morgen drei Mal schmunzelt, Mittags nicht die Stirne runzelt, Abend singt, dass alles schallt, der wird 100 Jahre alt.“

Bestimmende Figuren des Programms sind neben dem frechen, extrem schielenden und arg gerupft wirkenden „Adler-Fasan“ Frederic Freiherr von Furchensumpf der leicht vertrottelte Ernährungswissenschaftler und doppelte „Hamburger“ Prof. Dr. Peter Hacke. Mieze, der aalglatte Stubentiger mit dem Wahrsager-Turban, der optisch die Verwandlung von einer Forelle zum Fakir durchgemacht hat, wird ergänzt von Herrn Schröder, dem Außerirdischen und Ursula, der Sternschnuppe, die durch die Zeit reisen können. Die glubschäugige Strumpfsocke „Außer Rüdiger“ ist diesmal begleitet von seiner Freundin Inge. Bekanntschaft machen die Zuschauer auch mit der größten Puppe der skurrilen Grammel-Familie, Achim Spironsik, ein mit Beutel und braunem Fell sowie dauerhaftem Hüpf-Bedürfnis ausgestatteten Känguru.

Der Puppenspieler möchte den Menschen etwas mit auf den Weg geben. Seine Botschaft ist eindeutig: „Nimm dir Zeit für Dinge, die dir Spaß machen. Wir verplempern so viel Zeit mit unsinnigen Sachen“. Sein Abschied bleibt in den Herzen: „Zeit ist vergänglich, sie kommt nicht wieder – das macht sie so wertvoll. Darum sollte man sie mit Dingen verbringen, die einem am Herzen liegen – mit Menschen – oder mein Tipp: mit Schildkröten. Danke, dass Ihr mir heute Abend etwas von Eurer Zeit geschenkt habt“.