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Mönchengladbach: Bachs Sinnbild der Dreifaltigkeit bei der „Zwischenzeit“

Kurzkritik aus Mönchengladbach : Bachs Sinnbild der Dreifaltigkeit bei der „Zwischenzeit“

Wenn in Rheindahlen Markttag ist, lädt der Kantor der Kirche St. Helena regelmäßig ein, eine kulturelle Pause einzulegen. „Zwischenzeit“ nennt das Reinhold Richter.

Erfreulich viele Besucher hatten anlässlich der 33. „Zwischenzeit“  – einem Freitagnachmittagsangebot zur Marktzeit  – den Weg in die Rheindahlener Kirche St. Helena gefunden. Kantor Reinhold Richter ließ zu Beginn in einer klar strukturierten und trotz des geballten Orgelklangs durchsichtigen Wiedergabe des großformatigen Präludiums Es-Dur BWV 552 von Johann Sebastian Bach die Klangpracht der Seifert-Orgel erstrahlen.

Albert Gerhards, Priester, Professor für Liturgiewissenschaften und nicht zuletzt Musiker, knüpfte an dieses fesselnde Gotteslob an und erläuterte, dass Bach alle seine Werke mit „SDG = Soli Deo Gloria  –  allein zur Ehre Gottes“ überschrieben habe. Die drei Themen des Es-Dur-Präludiums habe nicht nur Albert Schweitzer als Sinnbild der Dreifaltigkeit angesehen – es ist ein besonders schwieriger Glaubenssatz, der sich kaum erklären lässt.

Unserer aufgeklärten Zeit ist solche Zahlensymbolik recht fern, schon  Romano Guardini beklagte die Gottesferne des modernen Menschen, der nach Ansicht des berühmten Theologen jedoch sicher sein dürfe, dass Gott ihm nahe sei, gerade in der Kälte der heutigen Zeit.

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Die zum Präludium 552 gehörende Fuge ist sogar dreiteilig komponiert. Richter spielte sie dementsprechend, und Professor Gerhards füllte die beiden Pausen eindringlich mit Guardini-Gebeten um Glauben und um die Tugend der Geduld.

Beschenkt und nachdenklich verließen die Besucher nach einer erfüllten halben Stunde das Gotteshaus.