Mönchengladbach: Ausstellung von Wolfgang Franken im Kloster Neuwerk

Frauenfiguren für das Kloster Mönchengladbach-Neuwerk: Wolfgang Franken und die „Große Mutter“

Der Künstler hat 15 Frauenfiguren geschaffen, die im Neuwerker Kloster gezeigt werden. Es sind Göttinnen aus vielen Kulturen.

Nun hat er sich der Frau gewidmet, sie in den Vordergrund gestellt und ihre Bedeutung in den Religionen untersucht. Entstanden sind 15 Figuren, die der Sakralkünstler Wolfgang Franken ab 25. November im Kreuzgang des Klosters Neuwerk zeigen wird. Er kann aus einem unerschöpflichen Wissensfundus schöpfen. Denn der Rheindahlener Künstler beschäftigt sich seit einem halben Jahrhundert mit Religionen, kirchlichen Gebräuchen – quer durch die Konfessionen – und setzt diese in seinem Schaffen um. Zwei Jahre lang hat er sich jetzt mit der „Magna Mater“, der „Großen Mutter“ auseinandergesetzt und ist dabei schon bei den Kelten fündig geworden.

„Die Kelten glaubten an die Mutter Erde“, sagt er. „Aus ihr wurde alles geboren – Menschen, Tiere und die ganze Natur – um am Ende wieder zu ihr zurückzukehren.“ Die keltische Göttin stellt der Künstler als fürsorgliche Mutter dar, aus deren Gewand die Schöpfung erwächst. Die Silhouette der Figur hat Franken aus Wurzelholz, das er im Wald gefunden hat reliefartig herausgearbeitet. Das ist das besondere Merkmal seiner ganz eigenen Kunst, die er so entwickelt hat. Die bildlichen Anteile fertigt er mittels der Technik des japanischen Glasdrucks.

„Ich sehe in einem Holzstück die Figur, die es in sich birgt“, sagt Franken. Seine handwerklichen Fähigkeiten und seine große Erfahrung mit dem Material lassen ihm jede Möglichkeit, aus dem Holz die feinsten Figuren und Formen zu schneiden. „Ich versuche zu hören, was das Holz mir sagt“, sagt der Künstler. Bei der Bearbeitung lasse er ihm immer seine Struktur und Identität. „Ich kann künstlerisch nicht das leisten, was die Natur schafft.“ Aus seinen Worten spricht eine hohe Verehrung für die Natur – die Göttliche Schöpfung.

Einige der Frauenfiguren, die Franken für das Kloster erschaffen hat. Foto: Reichartz,Hans-Peter (hpr)

So ist auch die Matrone entstanden, die Franken als kräftige, fruchtbare Muttergottheit darstellt. „Im Jülicher Raum hat man bei Ausgrabungen Votivsteine der Matronen gefunden“, sagt Wolfgang Franken. Er zeigt seine Matrone vor einem solchen Votivstein und mit zwei Schalen zu beiden Seiten. „Die Matronen wurden sehr verehrt, man brachte ihnen Opfergaben.“ Die befinden sich in den Gefäßen zu Füßen der Matrone.

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Das Frauenbild habe sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert. „In vielen Kulturen wurden die Frauen total unterdrückt“, sagt Franken. „Dabei gab es so großartige Frauen wie Hildegard von Siena und Edith Stein, die den Männern gewaltig den Kopf wuschen.“ Bei seiner Recherche ist er auf die ägyptischen Kandaken gestoßen. „Das waren schwarze hochgeachtete Frauen, die Mütter der Könige, die allergrößten Einfluss auf Gesellschaft und Politik hatten.“ 400 Jahre lang hätten sie diese Macht gehabt, dann sei diese Frauen-Kultur wieder zugrunde gegangen.

Zwei Jahre lang hat Wolfgang Franken an den Frauenfiguren gearbeitet. Die schwarze Madonna des Christentums, die Ecclesia mit Kelch und Kreuz, die Synagoga und viele weitere Frauendarstellungen werden ab 25. November im Kloster Neuwerk zu sehen sein.

www.wolfgang-franken.de

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