Mönchengladbach: Ausstellung "StadtLand" im Projektraum EA 71

Mönchengladbach : Wald und wucherndes Grün im Projektraum EA 71

Natur und Kultur sind die Themen der Künstlerinnen Cornelia Bruinewoud und Anne Fiedler.

Vogelgezwitscher und der Duft von Rindenmulch und Erde assoziieren ein Stück Natur. Tatsächlich aber ist diese Oase umfangen von den Wänden des Projektraums EA 71 an er Eickener Straße 88. Anne Fiedlers Installation ist nicht einfach Begleitwerk zu ihrer Malerei mit urwüchsigen Wäldern und dem wiederkehrenden Reh-Motiv. Der Umgang mit Widersprüchen birgt bereits in sich die thematische Verknüpfung von Natur und Kultur. Diese Begegnung und Konfrontation greift ebenso Cornelia Bruinewoud auf, nicht erzählerisch wie Fiedler, sondern in minimalistischer Annäherung. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 16. Juni samstags und sonntags von 12 bis 16 Uhr.

Mit Bruinewoud und Fiedler zeigen zum zweiten Mal Künstlerinnen aus dem BBK Niederrhein Positionen zum Thema „StadtLand“ in einer Auseinandersetzung mit Fragen zu Konflikten in der Gesellschaft, Umweltveränderung wie auch sozialen Strukturen. „Die Malerei ist entstanden, als ich in einer sehr ländlichen Gegend wohnte. Der Raum hier hat mich wegen der großen Fenster und Offenheit gereizt, meine Malerei mit einer Installation zu verknüpfen“, sagt Fiedler. Ihre Bilder von urwüchsigen Wäldern sind oft geprägt von einem expressiven Kolorit. Die Farben sind in Teilen dick geschichtet wie auch an anderen Stellen über eine starke Verdünnung durchscheinend. Feine Sprenkel lassen eine impulsive Geste im Farbauftrag erkennen, während zerlaufende Farbspuren die Eigendynamik im malerischen Prozess spiegeln. Auffallend häufig bezieht die Künstlerin das Waldtier Reh ein, fast porträthaft herausgestellt, wie auch abstrahierend zurückgenommen. Die Darstellung steht betont im Gegensatz zur Erfahrung vom Reh als scheues Tier.

Bruinewouds Bilder verzichten auf vertraute Assoziationen von Landschaft und verdichten Kontraste in metaphorischer Weise. Die in Deutschland heimisch gewordene Niederländerin verweist über geometrische Bezüge und Linien auf die vom Menschen gebaute und kultivierte Welt. Diese kontrastiert sie über sublime Bezüge auf Fels und Stein sowie innerbildlich sachte pulsierende Bewegung mit dem Natürlichen, mit Land und Erde. Mit dem Bildtitel „Deep time“ verweist Bruinewoud auf eine nicht menschlich geprägte Geschichte, die im „leer“ anmutenden Bildraum mit überlagerten Spuren schwingt, während ein dunkles Quadrat magisch in den Vordergrund drängt. Ihr sei der Kontrast zwischen der langsamen, alten und der schnellen, modernen Zeit wichtig, sagt die Künstlerin. Und: „Die Malerei ist für mich ein Spiel mit Konzept und Konstruktion“.

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