Mönchengladbach: Ausstellung "Das letzte Hemd" in der Grabeskirche St. Elisabeth

Gladbacher Künstler stellen aus : Das Thema Tod durchweht die Grabeskirche St. Elisabeth

Künstler stellen in der Grabeskirche St. Elisabeth in Eicken Werke zum Thema Tod aus.

Am Rande des Altarraumes der Grabeskirche St. Elisabeth schwebt ein transparentes Herrenhemd auf einem Bügel von der Decke herab. Ein Herrenhemd. Alltäglich. Es weht hin und her und bietet den Blick auf das Dahinter an. Es ist eine Arbeit von Wolfgang Hahn. „Das letzte Hemd hat leider keine Taschen“ sang Hans Albers. Das letzte Hemd wurde sprichwörtlich für die Tatsache, dass der Mensch im Tod keine Werte mehr benötigt. „Das letzte Hemd“ ist auch das Motto einer sehenswerten Ausstellung, die bis 31. November in der Grabeskirche St. Elisabeth zu sehen ist.

Zum zehnjährigen Bestehen der Grabeskirche waren Gladbacher Künstler eingeladen, sich mit einer Arbeit zum Thema Tod zu bewerben. 25 Arbeiten wurden eingereicht. Eine Jury musste entscheiden. Vor der Skulptur der Heiligen Elisabeth ist eine Keramik von Ulle Krass wunderbar präsentiert. Die Oberfläche der wie eine Tunika geformten Arbeit ist „gezeichnet“ – von Lebenserfahrungen, von Verletzungen.

Der Besucher muss in die Höhe schauen, um die Arbeit von Karl-Heinz Heming zu entdecken. „Steckobjekt“ nennt er es: Pappelholz ist wie ein Totenhemd geschnitten und über eine Aufhängung gefaltet. Kai Welf Hoyme lieferte eine Fotografie mit dem Titel „Tote träumen auch“. Zu sehen ist ein bunt schillerndes Insekt. Sogleich stellt sich die Assoziation der Verpuppung, der Verwandlung ein.

Um diese Thema geht es auch in der wie achtlos auf die Treppen des Altarraumes hingeworfenen Textilarbeit „Häutung“ von Czaja Braatz. Die Haut ist mit Handabdrücken bedruckt, ist löchrig, mit Leim bearbeitet. Auch Malerei ist zu entdecken: Links und rechts an den Altarsäulen hängen zwei zartfarbige Ölbilder von Robert Heijkoop. Den unteren Teil bestimmt jeweils ein offenes Hemd mit weißem Kragen.

Die Arbeit von Ingo Wegerl ist ganz hinten im Altarraum unter dem Steinkreuz zu finden. In starker Untersicht ist ein verhüllter Körper zu entdecken. Inspiration war eine Skulptur, die Ingo Wegerl in sein Gemälde einbindet. Das Bild ist collageartig zerschnitten und mit schmalsten Zwischenräumen wieder zusammengefügt.

Die Grabeskirche ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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