Das Calmus Ensemble in Mönchengladbach Ein Programm voller vokaler Glücksmomente

Mönchengladbach · Die Musiker des Leipziger Vokal­quintetts mussten improvisieren. Sie konnten nur zu viert und mit geändertem Programm auftreten. Der Auftritt war trotzdem ein voller Erfolg.

 DIe Musiker des Calmus Ensembles – hier nur zu viert .

DIe Musiker des Calmus Ensembles – hier nur zu viert .

Foto: Rick, Markus (rick)/Markus Rick (rick)

Dass Corona ihren Bassisten Manuel Helmeke plötzlich außer Gefecht setzte, nahmen die vier verbliebenen Mitglieder des Calmus Ensembles erstaunlich gelassen. „Wir haben heute Morgen ein Quartett-Programm zusammengestellt – das ist jetzt exklusiv für Sie“, erklärte Ludwig Böhme den Besuchern des letzten Meisterkonzertes dieser Saison in der gut besetzten Kaiser-Friedrich-Halle. Der Bariton ist das einzige noch verbliebene Gründungsmitglied des 1999 in Leipzig gegründeten Ensembles, das ursprünglich aus fünf Absolventen des Thomanerchores bestand.

Inzwischen sind Anja Pöche mit ihrem anschmiegsam, die Kollegen überstrahlenden Sopran und die zuverlässige Altistin Maria Kalmbach dabei, dazu Friedrich Bracks mit unforciertem, tenoralem Glanz und der einfühlsame Bariton Ludwig Böhme. Sie bildeten ein Quartett der Extraklasse, dessen Homogenität, Farbenreichtum und Flexibilität seinesgleichen sucht.

Von Gregorianik über Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy (Deutsches Magnificat) bis Igor Stravinsky (Ave Maria) reichte die Bandbreite geistlicher Werke, allesamt makellos und lebendig interpretiert. Gleiches galt für Chorsätze der Romantik (darunter das berückend gestaltete „In stiller Nacht“ von Johannes Brahms) und der gekonnt imitierte „Gesang der Vögel“ von Clément Janequin (1485-1558).

Mit dem Lied „Blackbird“ von John Lennon/ Paul McCartney endete ein Programm voller vokaler Glücksmomente, dem das international gefragte, mit zahlreichen Preisen gewürdigte Ensemble noch eine ukrainische Hymne hinzufügte.

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