Mönchengladbach - Aufgetischt: Die Raute im Schwarzbrot

Neue Kochreihe in Mönchengladbach : Wie die Raute ins Schwarzbrot kommt

In einer neuen Reihe zeigen sich Theaterleute von ungewohnter Seite: beim Kochen. Zum Start plauderten Generalintendant Michael Grosse und Stadionsprecher Torsten Knippertz beim Schnippeln und Rühren.

Als Betreiber eines Sternerestaurants bekämen Michael Grosse und Torsten Knippertz vermutlich keine Schnitte. So ist es gut, dass der eine Generalintendant des Theaters Krefeld Mönchengladbach wurde und der andere Moderator und Stadionsprecher. Glücklicherweise bereitet aber nicht nur der Genuss einer Mahlzeit Freude. Bei reichlich Gesprächsstoff ist auch deren Zubereitung aus Laienhand vergnüglich anzusehen.

Dieses Behagen gibt die Würze zur neuen Reihe „Aufgetischt“ im Theater im Gründungshaus (TiG). In Kooperation mit dem Theater entstand die Idee zur Reihe „Aufgetischt“. Denn wenn Köche ganze Hallen füllen, dürfen sich auch mal Küchen-Laien vor Publikum präsentieren. So bereiten Künstler für ihr Publikum einen Imbiss zu und plaudern nebenbei eine Menge Geschichten aus. Zum Auftakt punktete das ungleiche Duo Grosse / Knippi mit Witz und guter Laune – Grosse als Stratege mit Hang zur Ordnung und Knippi als Heißsporn im Umgang mit Löffel und Mixer.

Lena Sapper moderierte den Abend und ergänzte die Zutatenliste um Zusatzherausforderungen, wie etwa spontane Rollenspiele. Schon ganz am Anfang des Abends stand das Geständnis, dass sich aus diesem Trio keiner am Herd so richtig heimisch fühle. Das musste auch keiner, denn ein Herd war nicht vorhanden, und so konnte entgegen Knippis eigens vorbereiteter Liedzeile auch nichts anbrennen. Für die Hauptspeise mussten Rauten aus Schwarzbrotscheiben geschnitten, mit Käsecreme, Blättern von Rucola-Salat sowie Splittern von Parmesan belegt werden.

Michael Grosse experimentierte mit Maskenspiel, zitierte vergnügt Heinrich Heine und lieferte sorgfältig geordnete Reihen der gewünschten Form als Basis für den Belag. Knippi mag die Raute der Borussia im Herzen tragen, doch bei der Zubereitung liefen seine Rauten aus dem Ruder. Zum Glück sei er kein Fan des 1. FC Köln und müsse daher auch keine Geißböcke aus dem Brot schneien, so der Borussenfan. Der Moderator und Schauspieler erzählte vom Druck des Vorsprechens für Theaterrollen und wie er beinahe Stadionsprecher der Kölner geworden wäre. Doch Knippi: „Es gibt Dinge, die macht man einfach nicht“. Zur Paradiescreme las er die Anleitung der bereit liegenden Tüten mit der Dramatik einer Fußballansage.

Grosse verriet, ein Fußballfan zu sein und beim Stadionbesuch Entspannung zu finden. Er stamme aus einer Theaterfamilie, habe aber zunächst Chemie studieren wollen. Erst mit einem Studienplatz „in der Tasche“ folgte er aber doch den Spuren des Vaters, eines bekannten Darstellers in der ehemaligen DDR. Zweimal sei er als Schauspieler abgelehnt worden und habe seinen Weg über die Regie gefunden und das Schauspielfach nebenher erlernt, so Grosse. „Der Intendant ist Chef eines Betriebs. Er muss delegieren, vertrauen und kommunizieren können. Zwischen Mönchengladbach und Krefeld klappt das sehr gut“, erzählte der Generalintendant.  Angesichts der Plaudereien mahnte ab und an eine strenge Stimme aus dem Off, die Zubereitung voranzutreiben. Am Ende gab es tatsächlich kleine Kostproben, und die mundeten sogar.