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Mönchengladbach: Aktion Hausiererey auf der Waldhausener Straße

Kultur in Mönchengladbach : Poetisches Zirkeltraining in der Altstadt

Wo schlägt das Herz der Stadt? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, performten vier Künstler in Schaufenstern bei der „Hausiererey“ auf der Waldhausener Straße. So war das neue Kunst-Format.

Rasenmäherroboter, die sich ins gesellschaftliche Leben integrieren – darum ging es im Art-Casino in der Performance von Jutta Profijt beim poetischen Zirkeltraining auf der Waldhausener Straße. In ihrer Geschichte vereinten sich die Roboter aus dem Borussia-Park und brachen  aus. Die Künstlerin jonglierte zwischen Utopie und Distopie, zwischen amüsanten Bildern und nachdenklich stimmenden Passagen in einer zunehmend technologisierten Gesellschaft.

Rund 20 Zuschauer lauschten der Künstlerin, während an den anderen Locations weitere Besucher die Darbietungen anderer Künstler genossen. Am Ende des Vortrags klagten die Roboter vor Gericht und forderten gleiche Rechte, wie die Menschen sie genießen. Nach einer Viertelstunde ging es für die Zuschauer zum nächsten Ort.

Philip Nußbaum im Café Köntges wurde bei seinem Auftritt von einem „Bam Bam“ durch die Lautsprecher begleitet, dass dem Auftritt zusätzlich Spannung verlieh. Dabei ging es um eine Tür, die er öffnet, nur um mit einem großen Nichts konfrontiert zu werden: „Kein Grund sie auf zu machen.“ Das Herz in seiner „schlabbrigen Hand“ haltend gab er dem Publikum noch eine Weisheit mit: „Nichts klebt für die Ewigkeit.“

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Jens Winterberg im Projekt 42 stach mit seinem Look heraus: Im bunt gemusterten Jackett, mit gespenstischer Maske und Zylinder erzählte er andächtig von Tugenden, dem Tod, Ekel, Eifersucht und Rachlust in den Menschen und von seiner hungrigen Seele auf der Suche nach Wahrheit.

In der „Schrei-auf-Zentrale“ war Marco Jonas Jahn. Im Stil zwischen Potery-Slam und Sprechgesang brachte er das Publikum mit seinen Geschichten über Mönchengladbach und die berühmt-berüchtigte Altstadt zum Lachen. So erzählte er von seiner Hassliebe zur Stadt und den Gemeinsamkeiten: „Auch ich seh‘ nach dem Wochenende scheiße aus.“ Von einem Percussionisten begleitet, wiederholte er den Satz „Wo schlägt das Herz (d)einer Stadt“ wie einen Refrain. Eine Gebärdendolmetscherin übersetzte seine Worte im Fenster neben ihm. Da konnte ich mich sehr gut drin wiederfinden als Gladbacherin“, fand  Laura Juppen (24). Anika Peltzer