Mönchengladbach: Akkordeonmusik von barock bis modern

Konzert in Mönchengladbach : Akkordeonmusik von barock bis modern

Der bereits mehrfach ausgezeichnete Musiker Julius Schepansky (20) trat in der Reihe „Junge Virtuosen“ im Rittersaal von Schloss Rheydt auf.

Zwei kurze Stücke hatte Julius Schepansky für den Auftakt seines Konzerts im Rittersaal von Schloss Rheydt gewählt: Sibelius´ „Humoresque“ und Rameaus „Le rappel des oiseaux“. Die waren pointiert und leichthändig gespielt und setzten zwei entscheidende Akzente im Programm des 20-jährigen Musikers. Sibelius´ Musik bot den Rahmen für ein vielfältig angelegtes Programm, während das Werk des Franzosen Rameau ein vorübergehendes Verweilen im Barock mit Werken italienischer, deutscher und französischer Meister ankündigte. Deren Kompositionen klingen auf dem verhältnismäßig jungen Akkordeon zunächst beinahe ungewohnt. Doch der Interpret und Gast der Reihe „Junge Virtuosen“ bewies, dass er die Kunst beherrscht, sie auf seinem Instrument authentisch zu gestalten. Gerade einmal 20 Jahre alt ist der Musiker mit bereits beachtlicher musikalischer Laufbahn.

Der mehrfach ausgezeichnete Musiker wurde 2017 mit dem Nachwuchsförderpreis für Musik des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet, 2018 erhielt er ein Stipendium des Deutschen Musikwettbewerbs. Beachtlich ist ebenso das Konzertpensum mit Stationen in Indonesien, Japan, Russland, Senegal und Spanien. Es sei ihm wichtig, die Vielfalt des Akkordeons bewusst zu machen und sich mit den verschiedensten Stilen auseinanderzusetzen, betonte Schepansky in der Pause. Da hatte er im ersten Programmteil bereits den großen Kontrast gewagt, von Scarlattis Sonatas zum „Gatecrasher“ des finnischen Zeitgenossen Olli Kortekangas. Übersetzt heiße der Titel „Der ungebetene Gast“, verriet der 20-Jährige, der sein Programm mit Erläuterungen zu den Werken und zum Akkordeonspiel moderierte. In der Interpretation entlockte er dem Werk eine treibende, vibrierende Kraft mit dramatischen Wendungen und beinahe tänzerischen Umschwüngen. Spannend war ebenso seine Interpretation des zeitgenössischen Werks „De Profundis“ der Russin Sofia Gubaidulina.

Schepansky arbeitete mit dem Spielwind des Akkordeons, als ließe er sein Instrument tonlos atmen, seufzen und entfaltete über körperliche Spannung eine atemberaubende Vibration des Klangkörpers. Dann verlieh er im Spiel auf den Tasten eine lebendige Leichtigkeit, die an den Flügelschlag einer Libelle denken ließ. Für den herzlichen Schlussapplaus dankte der Musiker mit einer virtuosen Zugabe.

Mehr von RP ONLINE