Mönchengladbach: 800 Gäste rocken mit Obergärig

Open-Air-Festival in Mönchengladbach : 800 Gäste rocken mit Obergärig

Die Oldie-Könige aus Gladbach brachten beim NEW-Musiksommer Stimmung in den Bunten Garten. „Das ist wie Wacken ohne Matsch“, sagte eine Besucherin.

Eine kühle Brise und etwas Nieselregen zwischendurch halten die etwa 800 Besucher nicht davinab, auf der Wiese des Bunten Gartens zu feiern. Eigentlich ist es (fast) das Wetter, das sich alle erhofft haben für das dritte Open-Air-Konzert des NEW-Musiksommers: etwas Regen davor und angenehme Temperaturen. „Sie sind die tapferen NEW-Musiksommer- und Obergärig-Fans, die sich auch von ein paar Regentropfen nicht abhalten lassen“, begrüßt Frank Niessen vom Organisationsteam die Zuhörer. „Wir haben heute morgen schon ein Kerzchen angemacht“, verrät er und weist auf das Jubiläum der vergangenen 20 Jahre Musiksommer und seine eigenen 15 Jahre im Organisationsteam hin.

Festivalcharakter ist wieder zu spüren beim Konzert von Obergärig. „Es ist wie in Wacken, nur ohne Matsch“, bemerkt eine Besucherin. Mit bekannten Rock-Songs der 60-er und 70-er Jahre bringen die Musiker die Besucher ordentlich in Schwung. Mit den Rolling Stones und „Stop me now“ startet die Band und legt mit den Beatles „Can’t buy me Love“ und „Hang on Sloopy“ der McCoys gut nach. Joe Cockers „Unchain my Heart“ und „Jailhouse Rock“ von Elvis folgen. Etwas härter wird es bei den Nummern „Locomotive Breath“ von Jethro Tull und „Smoke on the Water“ von Deep Purple. Auch die Motorradfahrer-Hymne „Born to be wild“ von Steppenwolf darf nicht fehlen.

Die sechs Jungs der Rock-Band kommen ohne Keyboard aus, sind also eine reine Gitarren-Band. Gegründet haben sie sich 1995 und spielen seit acht Jahren in gleicher Besetzung. „Mit Freunden Musik machen“ ist das Motto von Obergärig. „Wenn man sich gut versteht, macht man auch gute Musik“, sagt Drummer Klaus Imkamp. Und Sänger Herbert Contzen fügt an: !Wir haben schon ein Riesenrepertoire, wir könnten gut fünf Stunden spielen, ohne ein Lied zu wiederholen.“

Man könnte sie fast als Rentnerband bezeichnen. Lediglich das jüngste Mitglied Wilfried Schünzel ist noch erwerbstätig, alle anderen Mitglieder sind bereits im Ruhestand. Nächste Woche wird das älteste Mitglied 71 Jahre alt.

In der Pause durchzieht eine Schlange mit bronzefarbenen Luftballons den Rasen. Am Ende jeder Luftballonschnur hängt eine Sammelbüchse, die von aufmerksamen Helfern zu den Konzertbesuchern getragen wird. Die bereits 15-jährige Tradition des Spendenaufrufs für die Mönchengladbacher Tafel bei Konzerten von Obergärig wird fortgeführt. Monika Bartsch, frühere Oberbürgermeisterin und Vorsitzende der Tafel: „In diesem Jahr sind wir in den Nordpark umgezogen und haben dort ein neues und sehr schönes Quartier. Nun können wir uns neben unserer normalen Aufgabe, zweimal pro Woche Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen, wieder Sonderprojekten widmen.“ Bisher hat sich der Verein zusätzlich um Kinder und ihre Familien in Not gekümmert. „Wir überlegen im Moment, wie wir etwas näher an die Rentner herankommen können, die bedürftig sind, sich aber nicht trauen, zur Tafel zu kommen. Wir haben schon ein paar gute Ideen und freuen uns über finanzielle Unterstützung“.

Das Auszählen der Spenden geht an diesem Sonntag recht rasch, es sind viele Scheine dabei. Eine beachtliche Summe von 1659,50 Euro kommt zusammen, was in diesem Jahr bereits ein Gesamtergebnis von knapp 8000 Euro ergibt.

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