Mönchengladbach: 200 Tanzschüler führen "Alice im Wunderland" auf

Mönchengladbach : Märchenhaftes Ballett

Das Ballett-Centrum B. & S. Jontza führt am 23. Juni im Stadttheater „Alice im Wunderland“ auf.

Der Hutmacher ist eine Sie, und die ist entschlossen, den ungewöhnlichen Charakter der fiktiven Figur aus Lewis Carrolls Roman „Alice im Wunderland“ tänzerisch angemessen umzusetzen. „In diesem Fall ist das Tanzen verrückter als sonst, etwas abgedreht und verbunden mit Schauspielerei“, sagt Julia Amendt über ihren Part in der kommenden Aufführung des Ballett-Centrums B. & S. Jontza. Am Sonntag, 23. Juni, führen mehr als 200 Aktive in einer Choreographie der beiden Ballettlehrer Brigitte und Stefan Jontza ihre Version des phantasievollen Romans im Theater an der Odenkirchener Straße auf.

„Diese Geschichte bietet eine große Vielfalt von Rollen und ist auch eine besondere Herausforderung für das Ballett, da hier nicht nur getanzt wird, sondern auch Rollen zu spielen sind“, sagt Brigitte Jontza. Getanzt wird zur Musik von Herbert Baumann, der die Geschichte für Ballett vertonte, ergänzt um Auszüge aus dem Werk des russischen Komponisten Schostakowitsch. „Wir finden, beide passen gut zusammen, und so ergibt sich eine besondere Stimmung“, erklärt dazu Brigitte Jontza. Auch dieses Mal werden wieder alle Altersgruppen von den ganz Kleinen bis hin zu den über 50-Jährigen beteiligt sein, darunter neun Tänzer in eindeutig weiblich dominierter Besetzung. Die Jüngsten verkörpern Käfer, Blumen und Schmetterlinge, die Hauptrollen werden vorwiegend von 18- bis 22-Jährigen getanzt.

Um über angemessen räumliche Voraussetzungen zu verfügen, verlegt die Ballettschule die abschließenden Proben in die Sporthalle des Turnvereins Mülfort. Hier überzeugt Nina Sindermann beim Feinschliff als bezaubernde Alice, deren Rolle im Wesentlichen im klassischen Ballett verhaftet ist. „Wenn ich im Wunderland bin, kommen auch schon mal andere Elemente hinzu. Doch im Ganzen muss ich darauf achten, dass mein Part elegant ist“, verrät die 18-Jährige, die gerade erst ihr Abitur ablegte und die Figur der Alice als Traumrolle bezeichnet.

Ihre ältere Schwester Jessica tanzt mit Witz und Temperament das weiße Kaninchen, das immer eine Uhr bei sich hat und meint, keine Zeit zu haben. Das Kaninchen lockt Alice ins Wunderland und platzt mit keckem Sprung in die Verlobungsfeier zur anmutig getanzten Gavotte einer Mädchengruppe. Gianna Lucifero gestaltet als böse rote Königin einen wilden Pas de Deux mit Julius Soeding in der Rolle des roten Ritters. Die gute weiße Königin ist als romantische Figur wieder ganz dem klassischen Ballett verpflichtet. Die Kulissen sollen zur Aufführung eher schlicht sein, verrät Brigitte Jontza. Zu den Szenen werden Bilder an die Bühnenrückwand projiziert, während die Kostüme vielfältig und bunt werden sollen.

Hier sind vor allem Mütter des Ensembles gefordert. Die „Teekanne“ hat bereits einen herrlich pompös ausladenden Rock, genäht von Anna Schmid, die für alle Solorollen näht. Auch Kirsten Soeding, Angela Becker, Elke Amendt und Beate Bentler zählen zum Tross der ehrenamtlichen Helferinnen.