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Kunstprojekt in Mönchengladbach: Neuland aus gewebten Stoffen und Geschichten

Kunstprojekt in Rheydt : Neuland aus gewebten Stoffen und Geschichten

Auf Einladung der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft entstand ein Teppich für Rheydt. Zur Finissage maß er 35 Meter.

Von vier Personen mit Schwung aufgerollt, in die optimale Position gedreht und entrollt fand der Teppich für Rheydt mitten auf der Hauptstraße einen angemessenen Platz. Damit eroberte das Kernstück des Kunstprojekts Neuland für jedermann sichtbar den öffentlichen Raum.

Auf Einladung der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft hatten viele Menschen an diesem Kunstprojekt sowie an den begleitenden kreativen Angeboten mitgewebt und -gewirkt. Zur Finissage maß der Teppich, der im Leerstand Hauptstraße 12 seinen Anfang genommen hatte, 35 Meter. Mit der beachtlichen Länge ist ein stolzes Gewicht verbunden. Dennoch verlief die Entlassung aus dem Innenraum problemlos leicht - vermutlich, weil Vorständin Ruth Gilberger und Projektmanagerin Teresa Grünhage von der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft sowie deren Helfer beflügelt waren von der positiven Resonanz auf das Kunstprojekt zum Mitgestalten. „Die Idee hat Menschen interkulturell und interaktiv miteinander verbunden“, schwärmte Gilberger.

Viele waren in den zurückliegenden Monaten gekommen, um mit persönlichen Erinnerungen behaftete Stoffe zu verweben. Die Ausstellung der „Stoffmuster“ im Ladenlokal trug 400 kleine Geschichten zu den gestifteten Textilien zusammen. „Für viele war die Aktion der richtige Moment, um sich von Dingen zu trennen und ihnen einen guten Platz zu geben“, sagte Grünhage.

Das Angebot, am ungewöhnlichen Instrumentarium der Künstler Wolfgang Stamm und Axel Schweppe rhythmisch zu experimentieren, wurde gut angenommen. „Viele freuten sich über die Möglichkeit, sich ausprobieren zu können“, sagte Grünhage über die Erwachsenen und Kinder, die sich künstlerisch gestaltend und musizierend eingebracht hatten. Zehn Künstler realisierten acht kreative Aktionen. Dazu zählte das El-Luco-Projekt, das im Umfeld alltägliche Szenen über ein Maskenspiel performte. Die Mönchengladbacher Künstlerin Christiane Behr verwandelte mit Kindern Styroporplatten in bemalte Objekte. Die Bremerin Angelika Sinn forderte Besucher auf, Dinge literarisch zum Klingen zu bringen. Die so entstandenen Texte wurden ausgestellt. „Es ist hier viel passiert in der Zeit“, sagte Sinn beeindruckt

Gilberger betonte: „Wir werden irgendwie bleiben. Wir haben hier so viele Kontakte geknüpft, und wir würden gerne wieder mit den Menschen vor Ort ein neues Projekt angehen. Wir müssen nur überlegen, wo wir was machen können. Doch zunächst brauchen wir eine kleine Verschnaufpause“.