Kunst in Mönchengladbach: Warum König Midas so golden glänzt

Kunst in Mönchengladbach: Warum König Midas so golden glänzt

Seit drei Monaten arbeiten acht Künstler von der Stiftung Hephata mit ihren Mentorinnen vom „Atelier Strichstärke“ im Museum Abteiberg.

Zwischen Millionen Farbklecksen an den Wänden hängen Bilder in unterschiedlichsten Farben und mit wilden Formen. In Grün-Blau sind sie gehalten, auch in Brauntönen. Auf einem Tisch stehen Skulpturen: eine Katze in Schwarz und Silber und ein Schmetterling, der seine großen Flügel mit gelben Tupfen und rot-weißen Kringeln ausbreitet.

Hinter der Skulptur von Mathilde Cremer steckt eine ganz besondere Geschichte. Ihre Skulptur stellt König Midas dar. Die Figur ist komplett in Gold gefasst und zeigt einen dünnen, etwas gekrümmten Mann mit einer Art Krone auf dem Kopf und spitzen Ohren. „Er hat sich gewünscht, das alles, was er berührt, zu Gold wird. Der Wunsch ging in Erfüllung aber das führte fast zu seinem Hungertod. Dionysos hat ihm dann geraten, im Fluss Paktolos zu baden, damit es weggeht. Seine Ohren verdankt er Apoll, weil er bei einem Wettstreit gegen ihn entschieden hat.“, erzählt die Künstlerin und malt weiter an ihrem neuen Projekt, das an die Werke der Pop Art erinnert.

Schwarz-Weiß-Fotos von den Teilnehmern werden auf ein großes Blatt Papier geklebt und anschließend mit Wasserfarbe koloriert. Die acht Künstler werden ganz selbstverständlich mit moderner Kunst vertraut gemacht. In den letzten drei Monaten haben sie im Museum Abteiberg einige Stilrichtungen kennengelernt: informelle Malerei, Expressionismus, Drucktechniken und Skulpturen. „Das ist das Tolle an dem Projekt, die Künstler haben die Kunst direkt vor Ort“, sagt Museumspädagoge Uwe Riedel. Er führte die Teilnehmer durch die Räume des Museums und machte sie mit den Werken vieler Künstler bekannt. So ließ er etwa die Teilnehmer eine Skulptur mit dem eigenen Körper nachstellen.

  • Künstler : Markus Lüpertz über König Midas

Das Museum Abteiberg hat das Projekt „Atelier vor Ort“ in Kooperation mit dem Atelier Strichstärke der evangelischen Stiftung Hephata durchgeführt. Menschen mit Handicap sollen einen Einblick in zeitgenössische Kunst erhalten.Yvonne Klaffke und Barbara John waren als Mentorinnen immer an der Seite ihrer Künstler. „Es ist schön zu sehen, wie sie die einzelnen Techniken angehen. Sie wollten nicht groß gucken, sondern einfach selber erfahren, wie es funktioniert“, sagt Yvonne Klaffke.

Im Oktober sind die Werke zur „Woche der seelischen Gesundheit“ voraussichtlich im Graefen und König zu sehen.

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