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Kultur in Mönchengladbach: Ein Ständchen zum Geburtstag von Louis Vierne

Kultur in Mönchengladbach : Ein Ständchen für Louis Vierne

Die Kantorin Stephanie Borkenfeld-Müllers und Jessica Meffert haben den französischen Komponisten Louis Vierne gewürdigt. Zu seinem 150. Geburtstag gab es ein Konzert in der Pfarrkirche St. Laurentius.

So ein Geburtstagsständchen ist eine feine Sache, selbst wenn der Geburtstag 150 Jahre her ist. Louis Vierne, der große französische Organist und Komponist, kommt jedenfalls, weil Odenkirchens St.-Laurentius-Kantorin Stephanie Borkenfeld-Müllers ihn so gernhat, in den Genuss einer musikalischen Würdigung. Am Tag seiner Geburt, dem 8. Oktober.

Die engagierte Musikerin hatte Jessica Meffert auf die Orgelempore neben die stattliche Rensch-Orgel geladen, auf dass sie etwa Viernes „Les Angélus“ aufführten, drei Gesänge zum Angelusläuten. Morgen, Mittag, Abend erklingen so in Stimmungsbildern, die voller französischer Harmonien am Ende des 19. Jahrhunderts ein Rehkitz beim Sonnenaufgang, das Flirren der Mittagshitze oder den abendlichen Flügelschlag der Engelein in pittoreske Töne fassen.

Die Orgel zirpt wie für diese Musik geschaffen, die Mezzosopranistin bringt ihre warmen, schön verbunden Farben zur Geltung. Und alles wird auf eine Leinwand im Chor übertragen, damit die wirklich zahlreichen Besucher nicht nur hören, sondern auch sehen können.

Viernes Kollegen Fauré, Duruflé und Widor kommen mit kleinen Werken zu Wort, Gebete oder beschwingten Gesängen wie die Italienischen Melodien von Widor. Am Ende hat wieder Vierne das Wort, mit Auszügen aus seiner 1. Orgelsymphonie, in der Stephanie Borkenfeld-Müllers so ziemlich alle Register ihres Könnens und ihres Instruments zieht. Nach dem Beifall erhält die Kantorin eine Überraschung: die Ehrennadel des Cäcilienverbandes.