Kölsch-Katholische Gottesdienste in Mönchegladbach

Mönchengladbach : Gottesdienst mit viel Liebe zur Heimat

„Wenn am Himmel die Stääne danze“: Das ist das Motto der Kölsch-Katholischen Gottesdienste zur Karnevalszeit. Seit 20 Jahren ist das Team um Pfarrer Harald Josephs mit Kölschem Liedgut der Bläck Fööss und anderen unterwegs.

Das gute Wetter an diesem sonnigen Vorfrühlingswochenende sorgt dafür, dass die Stimmung schon vor Beginn des Kölsch-Katholischen Gottesdienstes in St. Margareta Hockstein ausgesprochen fröhlich ist. Die Bankreihen sind gefüllt mit Menschen in freudiger Erwartung. Dreimal feiern Pfarrer Harald Josephs und seine Musiker diesen besonderen Gottesdienst am Wochenende im Stadtgebiet. Diese Art der karnevalistischen Messfeier hat bereits Tradition. Ihre Geschichte begann vor mehr als 20 Jahren, als sich Pfarrer Harald Josephs, der damals noch in Hockstein tätig war, Gedanken über eine Möglichkeit machte, seine Gottesdienste der Jahreszeit anzupassen. Mit Lieder der Bläck Fööss und anderer Kölscher Karnevalsgrößen gestaltet er diese heimatlich-vertraute Feier und bricht die sonst eher ernste Gottesdienst-Atmosphäre karnevalistisch auf. Lachen, Klatschen, Schunkeln und Mitsingen ist absolut erlaubt und ausdrücklich gewünscht.

„Wenn am Himmel die Stääne danze“ ist das diesjährige Motto, ganz in der Manier des Kölner Karneval. Bilder und die Mundart-Texte, die lediglich für Einheimische verständlich sind, werden im Altarraum an die Wand projiziert, was das Mitsingen leichter macht. „Wick es d‘r Wäch noh Kevelaer“ ein Song der Bläck Fööss begleitet den Einzug der Musiker. Pfarrer Josephs trägt das geweihte Gewand, seine sechs Begleiter sind in schwarze Mönchskutten gekleidet. Mit Gitrarre steht Helmut Schroers im etwas erhöhten Altarraum, Rüdiger Puschmann mit E- und Akustikgitarre, Burkhard Skrobek spielt den Bass, Lothar Ricken das Schlagzeug, Herbert Deuster unterstützt mit seiner Stimme Pfarrer Josephs, und Michael Ehren steht am Keyboard oder spielt Akkordeon.

Marion Peters erzählt in Plattdeutscher Mundart von einer Reise nach Japan, Kanada und Amerika. Zum Schmunzeln sind ihre Erfahrungen mit den dortigen Essgewohnheiten und ihren Sprach- und Verständigungsschwierigkeiten in den fernen Ländern. Die „Heimwehpillen mit Trostpflaster“ hat sie dabei und freut sich, nach so vielem Unbekanntem den Satz „Schön, dass Du wieder da bist“ von ihrer Familie zu hören. Der anschließende Song von Klüngelköpp „Wenn am Himmel die Stääne danze - Un dr Dom sing Jlocke spillt - Jo dann weiß ich dat ich doheim bin - Jo doheim bin heh am Ring“ singt von Sehnsucht nach Vertrautem und Heimat.

Der fast 97-jährige Hermann Deuster umreißt ebenfalls auf Platt die Fußballliebe der Mönchengladbacher und der Kölner, deren Vereine es momentan in der Tabelle ja recht gut geht. Noch schmunzelnd über manch lustigen Zusammenhang, stimmen die Anwesenden in „Ich bin der größte Fußballfan auf Erde“ von den Bläck Föös ein.

Nach der Eucharistiefeier, die respektvoll ohne Musik zelebriert wird, und dem Segen für alle Anwesenden, schließt Pfarrer Josephs mit seiner Band den mehr als 90-minütigen Gottesdienst mit karnevalistischen Zugaben aus Klassikern der Kölner Lieder. Noch einmal haben alle Besucher die Möglichkeit ausgiebig mitzusingen und mitzuschunkeln.

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