1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach
  4. Kultur

Junges Theater Krefeld-Mönchengladbach zeigt Videoproduktion "Beethoven abgedreht"

Junges Theater in Mönchengladbach : Abgedrehter Liederabend über Beethoven

Das Junge Theater Krefeld-Mönchengladbach hat eine etwas andere Beethoven-Hommage geschaffen. Frech, schräg und unterhaltsam ist das Video geworden, das unter Corona-Bedingungen produziert wurde. Derzeit kann man es auf dem Youtube-Kanal des Theaters ansehen.

Natürlich bildet „Für Elise“, Beethovens Hit für Klavierschüler, den Rahmen für das, was das neue und vom Land geförderte Team „Junges Theater“ unter Corona-Bedingungen auf die Bühne bringt. Der Ohrwurm dudelt allerdings in einer Art Klezmer-Version auf den schönen Raafat Daboul ein, wie er da schmachtend im verwaisten Parkett sitzt. Ganz wie der verliebte Beethoven hat er nur das eine im Sinn. Ob die eine nun Maya Blaustein ist oder Boshana Milkov, die in Sopran- bzw. Mezzo-Lage von Liebe singen und dabei kokett Kussmündchen formen, oder die Tänzerinnen Julianne Cederstam oder Alice Franchini, wie sie an ihm vorbeischweben – Raafat liebte sie alle. Doch da sind ja noch die anderen Jungs: der Bariton Guillem Batllori und der Tenor Woongyi Lee. Und die können singen ...

„Beethoven abgedreht“ (Link: www.youtube.com/watch?v=AJENoegMki0) ist ein durchaus abgedrehter Liederabend mit Tanz und Bühnenaktion, 35 Minuten Kurzweil in frecher, sehr ansprechender Online-Optik, an dem gefühlt das halbe Theater mitwirkt. Neben Michael Preiser, der Beethovens Liedschaffen kenntnis- und phantasiereich für die beteiligen jungen Instrumentalisten – Viola Gaebel (Klarinette), Inka Jans (Cello), Justinas Kaunas (Violine), Tekla Varga (Flöte) – vom Klavier aus bearbeitete, sind neben Bühnennebel, einem Kleiderschrank, Plexiglas-Abstandshaltern auch die Drehbühne und die Flure des Rheydter Theaters beteiligt.

Sehr unterhaltsam gefilmt und geschnitten von Jens Bussang und seinem Team, ausgedacht und inszeniert von Katja Bening, geleitet von der Musiktheaterdramaturgin des Theaters Ulrike Aistleitner. Wie gut die Sänger und Tänzer sind, kann man erleben, wie kreativ das Theater ist ebenfalls. Und wie weh (unglückliche) Liebe tut ...
Armin Kaumanns