Mönchengladbach : Unsoziale Netzwerke

Facebook feiert sein 15. Geburtstag, was ja als schwierige Phase gilt, weil die meisten in dem Alter lustlos und unmotiviert sind. Ganz anders dagegen Facebook, die sind aktiver als je zuvor. Deren Erfinder, Mark Zuckerberg, will seine drei Plattformen Facebook, WhatsApp und Instagram jetzt sogar unter- und miteinander vernetzen, ohne dass der jeweilige Nutzer dadurch Kosten entstehen!

Das hört sich im ersten Moment edelmütig an, aber schon eine alte Bauernregel warnt: „Gibt es für dich was umsonst, bist du nicht der Kunde, sondern die Ware.“ Und deshalb ist das Bundeskartellamt jetzt eingeschritten, für diese Datenkrake, die da am Entstehen ist, die klebrigen Fangarme zu stutzen. Facebook darf zwar weiterhin auf seine Plattformen alle Daten sammeln, aber nicht ohne Zustimmung zusammenführen. Tja, mit so ein Geburtstagsgeschenk hatte der Mark Zuckerberg nicht gerechnet und will jetzt dagegen klagen. Dabei sollte der Mann doch wissen, dass der verantwortlich mit unsere sensiblen Daten umgehen muss. Bilder von Möhrengemüse und süße Kätzchen gehen schließlich nicht jeden was an. Als Dorfbewohner seh ich es allerdings nicht so problematisch, dass Facebook meine Daten weitergibt. Ich werde beim Metzger auch ständig über private Sachen ausgequetscht und erhalte dafür im Gegenzug geheime Informationen über andere Dorfbewohner – so funktionieren nun mal soziale Netzwerke. Außerdem gibt es die schon länger als das Internet, nur dass man früher dafür „Kegelclub“, „Karnevalsverein“ oder „Rentnerschwimmen“ sagte. Ich habe allerdings der Eindruck, dass das Internet sogar noch mehr über mich weiß als unser Metzger. Fast alles, wofür man sich mal kurz im Computer interessiert hat, wird einem anschließend wochenlang angezeigt. Aber auch dabei passieren Fehler. Gestern zum Beispiel wurde mir der „Sexy-Bäuerinnen-Kalender 2019“ angeboten. Als ob ich mir so ein Kalender kaufen würde! Was soll ich denn mit zwei davon?!

Euer Hastenraths Will

Mehr von RP ONLINE