Mönchengladbach : Ein Zungenbrecher macht Karriere

Die Zukunft der CDU bleibt weiblich. Annegret Kramp-Karrenbauer, die ich aufgrund von meine knappe Zeilenvorgabe ab jetzt nur noch AKK nenne, hat sich in ein Herzschlag-Finale beim Kampf um der Parteivorsitz knapp gegen Friedrich Merz durchgesetzt.

Sogar so knapp, dass sie sich eigentlich Annegret Knapp-Karrenbauer nennen müsste. Ja, ich weiß, jetzt hab ich der Name doch nochmal ausgeschrieben, aber mit AKK wär das Wortspiel nur halb so lustig gewesen. Die Abstimmung war sehr schnell auf ein Zweikampf zwischen AKK und Merz hinausgelaufen, weil der dritte prominente Bewerber, Jens Spahn, von alle das größte Manko hatte – nämlich, dass er Jens Spahn war! Durch das sehr knappe Ergebnis ist die CDU auf einmal gespalten in AKK- und Merz-Fans. Dabei deutete sich doch schon länger an, dass es Friedrich Merz mehr um ein mächtiges und ein Endgegner von Angela Merkel würdiges Amt ging als um politisches Gestalten. In seine Schlussrede sagte der bodenständige, sauerländische Multimillionär schließlich bloß so Sachen wie „war spannend“, „hat Spaß gemacht“, „wenn was ist, ruft mich an“. Ich mein, wenn man sich genau konzentrierte, konnte man im Hintergrund sogar schon der laufende Motor von sein Auto hören. Friedrich Merz kann es wahrscheinlich gar nicht abwarten, endlich wieder in die warmgepupsten Sessel von seine 30 Aufsichtsräte zurückzukehren, statt seine Parteikollegen ehrenamtlich zu unterstützen. So viele warme Pelzmäntel gibt es gar nicht, dass der sich bei Wind und Wetter in irgendseine Provinz-Fußgängerzone stellen würde, für Kugelschreiber zu verteilen. Wenn man also davon ausgeht, dass Friedrich Merz ohnehin nur ein trojanisches Pferd war, das die deutsche Wirtschaft in die CDU einschleusen wollte und Jens Spahn auch nach seine Wahl Jens Spahn geblieben wär, muss man wohl sagen, dass mit AKK die bestmögliche Wahl getroffen wurde – oder anders ausgedrückt: Gewonnen hat die Einarmige unter die Blinden.

Euer Hastenraths Will