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Händels "Messiah" in der Rheydter Hauptkirche

Mönchengladbach : Händels „Messiah” begeistert die Gäste der Hauptkirche

Als Georg Friedrich Händel sein berühmtes Oratorium „The Messiah“ schrieb, dürfte er beim Vertonen der Texte den Sprachrhythmus des damaligen Englisch im Ohr gehabt haben. Da macht es Sinn, das Werk in der Originalsprache aufzuführen, so wie jetzt beim traditionellen Rheydter Konzert am Vorabend des ersten Advent.

Die Oratorienaufführungen in der evangelischen Hauptkirche erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit; auch diesmal waren die Kirchenbänke wieder komplett gefüllt. Man wünscht ja Kirchenmusikdirektor Udo Witt und seinen Helfern, dass ihm einmal der große Schrecken kurz vor der lange einstudierten Aufführung erspart bleibt. Kam am Karfreitag der Christus-Bass wegen einer Autopanne verspätet in er Hauptkirche an, so geschah es jetzt, dass die Altistin Eva Marti kurzfristig wegen einer Erkrankung absagen musste.

Aber das Problem war bis zur Aufführung behoben. Die aus Mönchengladbach stammende, heute an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf tätige Sängerin Juliane Wenzel konnte einspringen und lieferte eine tadellose Partie ab. Überhaupt war das Solistenquartett sehr gut und ausgewogen besetzt. Auch Taryn Knerr (Sopran), Wolfgang Klose (Tenor) und Rafael Bruck (Bass) überzeugten mit hervorragend ausgebildeten, tragenden Stimmen, makelloser Intonation und großer Musikalität.

Das Orchester der Hauptkirchenkonzerte mit seiner Konzertmeisterin Johanna Brinkmann spielte mit der gewohnten großen Sicherheit. Den Pauken und Trompeten mutet der Komponist ziemlich lange Wartezeiten zwischen ihren Einsätzen zu. Allerdings: wenn sie, wie beim Halleluja, in der Arie „the trumpet shall sound“ oder auch beim Schlusschor gefordert wurden, warteten sie mit ausgezeichneten Leistungen auf.

Der groß besetzte Chor, die Kantorei der Evangelischen Hauptkirche, gefiel erneut durch große Stimmkraft und erwies sich - trotz der großen Mitgliederzahl - auch in schnellen Partien als beweglich. Udo Witt garantierte als Gesamtleiter sicheren Zusammenhalt und stimmige Tempi.

Die Zuhörer, die an diesem Abend den Weg in die Hauptkirche gefunden hatten, waren begeistert. Das ließ der lang anhaltendeBeifall unmissverständlich erkennen.