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Mönchengladbach: Familientrio macht aus Kirchenmusik Pop

Mönchengladbach : Familientrio macht aus Kirchenmusik Pop

Im Rahmen der Heiligtumsfahrt begeisterten Falk & Sons über 250 Zuhörer in der Franziskanerkirche.

Im Rahmen der Heiligtumsfahrt begeisterten Falk & Sons über 250 Zuhörer in der Franziskanerkirche.

Musikalische Grenzüberschreitungen finden spätestens seit den 1980ern, als Genres wie Hardcore und Metal sich zum Crossover vermischten, ein breites Publikum. Erfolgsproduzent Dieter Falk ist einer dieser Grenzgänger zwischen den Musikwelten - zwischen Pop und Klassik. Er hat aus seinen beiden wichtigsten musikalischen Standbeinen, der traditionellen Kirchenmusik und der Popmusik, ein besonderes Crossover-Projekt entwickelt, das vor allem in die Gotteshäuser "frischen Wind" bringt.

In der Franziskanerkirche St. Barbara stellte der 54-jährige "Popstars"-Juror am Samstagabend im Rahmen der Heiligtumsfahrt zusammen mit seinen beiden Söhnen Max und Paul jenes Experiment live bei einem Konzert vor und begeisterte das Publikum knapp zwei Stunden lang. Als "Falk & Sons" groovte das Familientrio mit einem Bassisten durch ein abwechslungsreiches Programm aus bekannten Barock-Kompositionen, die mit Anleihen aus Jazz, Rock und Soul einen modernen Hit-Charakter bekamen.

Schon die Choräle "Jesu meine Freude" von Johann Sebastian Bach oder "Ich singe dir mit Herz und Mund" von Paul Gerhardt gleich zu Beginn waren mitreißende Arrangements von der "ungewöhnlichsten Boyband aller Zeiten", so Falks Plattenfirma. Raffinierte Rhythmik und ausgeprägte Melodik paarten sich zu einer unbändigen Spielfreude, die sich schnell auf die mehr als 250 Zuhörer in der Franziskanerkirche übertrug. So entstand nach dem "Warmspielen" auf der Altarbühne und dem "Warmsingen" wie beim "Halleluja" eine lockere Stimmung, die zum begeisterten Mitklatschen animierte.

Pianist Dieter Falk selbst stellte sein großes Improvisationstalent als erfahrener Kirchenmusiker unter Beweis und ließ sich drei Nummern und Lieder aus dem evangelischen Gesangbuch und dem katholischen Gotteslob vom Publikum zurufen, die er dann kurzerhand bearbeitete.

Nach der Pause überzeugte Paul Falk (17), der an den Keyboards auch sein Schauspieltalent zum Ausdruck brachte, mit eigenen Songs. Vor allem das melancholische "Soviel du brauchst", das offizielle Lied zum Evangelischen Kirchentag, fand große Zustimmung.

Fehlen durften bei diesem sehr unterhaltsamen Konzertabend nicht die wohl bekanntesten Instrumentalstücke von Johann Sebastian Bach - Toccata und "Air". Hier rockte und swingte das Kirchenschiff bis zum letzten Platz mit. Nach der Choral-Zugabe "Nun danket alle Gott" bedankte sich das Mönchengladbacher Publikum bei Falk & Sons mit stehend dargebotenen Ovationen. Bach & Co habeneben auch nach 300 Jahren nichts an ihrer Attraktivität verloren.

(jek)