Die Andersch-Sammlung ist nun in Mönchengladbach

Sammlung: „Glücksfall“ für das Museum Abteiberg

Die Andersch-Sammlung ist eine der umfassendsten Kollektionen von Fluxus-Kunst. Land, Kultur-, Kunst- und Hans-Fries-Stiftung förderten den Ankauf. Das Konvolut wird wissenschaftlich aufgearbeitet.

Vor der Feierstunde hatte Isabel Pfeiffer-Poensgen einen Rundgang durch das Museum Abteiberg unternommen. Es sei nicht ihr erster Besuch in diesem Haus, betonte die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, später. Sie lobte das Museum als optimalen Ort für die Andersch-Sammlung und nannte die Entscheidung der Sammler für den Ort einen „Glücksfall für das Museum“. Das riesige Konvolut stelle einem großen Schatz der Kunstgeschichte dar und sei in seiner Fülle nur der Anfang für internationale Anknüpfungspunkte und reiche Forschungsarbeit. Das Land habe die Erwerbung gerne gefördert, so Pfeiffer-Poensgen.

Weitere Förderung erhielt das Museum durch die Kulturstiftung der Länder, die Kunststiftung NRW und die Hans-Fries-Stiftung. So war es möglich, dass mit Sammlung und Archiv des Ehepaares Erik und Dorothee Andersch eine der weltweit renommierten, größten und umfassendsten Kollektionen von Fluxus-Kunst und benachbarten künstlerischen Bewegungen der 1960er und 70er Jahre in die Sammlung eingegangen sind. Damit dann auch zum Beispiel große Objektgruppen von Robert Filliou, alle Druckgrafiken von Dieter Roth, Objekte von Beuys, Dorothy Iannone und vielen mehr. Enthalten sind zudem Flyer, Korrespondenzen, Plakate und Fotos von Zeitzeugen. „Allein mit dem Ankaufsetat des Museums hätten wir von der Sammlung nur träumen können“, hob Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners hervor. Die Werke seien an diesem Ort nicht fremd, vielmehr sei es vielfach ein Zurückkommen, da viele der Künstler bereits im Museum präsent waren. Reiners sagte voraus: „Es wird spannend. Die Sammlung erweitert nicht nur, sondern wird auch künstlerisch etwas bewegen und zu unkonventionellen Antworten ermutigen“.

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Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, wertete die Entscheidung des Sammlerehepaares als Auszeichnung und Bestätigung für das Museum. Dr. Fritz Behrens, Präsident der Kunststiftung NRW, erkannte in der Sammlung Anstöße zur Weiterentwicklung des Museums. Das Thema Forschung wurde mehrfach angesprochen, auch von Prof. Dr. Michael Loschelder, Vorstand der Hans-Fries-Stiftung. Loschelder versprach das Thema Fördermittel für die Forschungsarbeit auf die Agenda der Etatberatungen für das Jahr 2019 zu setzen.

Anregerin für eine Übergabe der Sammlung an das Museum war
Dr. Susanne Rennert. Die Kunsthistorikerin hatte „Zukunftsfragen“ um die Sammlung erkannt und Kontakte hergestellt. Bei der Übergabe berichtete Rennert, dass Erik Andersch im Mai 1968 über die Künstler Daniel Spoerri, Dieter Roth und Dorothy Iannone Teil des Freundeskreises in der Düsseldorfer Szene wurde, als diese „internationale Power“ entfaltete. Andersch habe die Künstler nicht nur monitär und als Sammler, sondern auch praktisch unterstützt. Glücklich über die Bereicherung des Musemsbestandes bekannte Leiterin Susanne Titz. „Es ist ein sehr schöner Tag“. Sie zeigte sich überzeugt, dass die Fragestellungen der Fluxus-Künstler ungebrochen aktuell anmuten und reichen Diskussionsstoff bieten.

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