Ballett-Premiere in Mönchengladbach: Nachtvariationen und Ravels Bolero

Mönchengladbach: Ballett-Premiere: Nachtvariationen und Ravels Bolero

Ballettchef Robert North und sein Team bringen am Samstag drei Produktionen auf die Bühne des Theaters.

Mit drei abwechslungsreichen Tanzschöpfungen laden Robert North und sein Team sowie Pianist André Parvenov Ballettfreunde und solche, die es werden wollen, zur Premiere am kommenden Samstag ein. Ausgehend von Johann Sebastian Bachs „Goldberg-Variationen“, deren „Aria“ er als Thema wählte, hat Parfenov – sich aller Stilrichtungen vom Barock bis zu serieller Musik und einem abschließenden Tango bedienend – fünfzehn Klaviervariationen komponiert. Dazu schuf North, assistiert von Sheri Cook, mit seinen Tänzerinnen und Tänzern eine Choreographie, die die Traumerlebnisse, aber auch die Albträume eines jungen Mannes erzählt. Udo Hesse hat die stimmungsvolle Ausstattung übernommen, außerdem schuf er die zeitlosen, mit barocken Elementen geschmückten Kostüme. Übrigens wird André Parfenov seine Variationen demnächst bei der Firma Naxos für eine CD einspielen, zusammen mit den originalen „Goldberg-Variationen“ von Bach.

Ein Teil des Klavierzyklus’ „Auf verwachsenem Pfade“ von Leos Janácek liegt dem zweiten Teil des Abends zugrunde. „Für meine Tochter“ erzählt die tragische Geschichte des frühen Todes der Olga Janácek, unter dem der Komponist unsäglich litt. Dieser Tragik stehen aber auch tröstliche Erinnerungen an frohe Jugendtage gegenüber. Das Haus der Familie erscheint auf der Bühne, wenn es sich dreht, ist Olgas Zimmer zu sehen. „Es gibt ganz viel Natur in dieser Produktion“ verrät Robert North, „die Vögel singen sogar im Klavierpart, und zwei Schwalben treten tanzend auf“. – „Für meine Tochter“ entstand als Auftragsarbeit für das Dänische Fernsehen, wurde 1983 mit dem „Golden Prague Award“ ausgezeichnet und in den USA für den „Emmy“ nominiert.

  • Krefeld : Ballett tanzt den Bolero

Auf Wunsch vieler Ballettfreunde wird zum Abschluss des Abends die im Jahre 2010 umjubelte Choreographie des „Bolero“ von Maurice Ravel noch einmal gezeigt. Ballettdramaturgin Regina Härtling schwärmt von den wunderschönen Kostümen dieser Produktion und von dem mitreißenden Drive, der schon damals die Zuschauer nicht mehr auf ihren Stühlen hielt. Beim Bolero kommt die Musik allerdings vom Band, denn André Parfenov, obwohl ein ausgezeichneter Pianist, fühlt sich außerstande, den faszinierenden Sound Ravels auf dem Klavier werkgerecht zu interpretieren.

Choreografie: Robert North, Choreografieassistenz: Sheri Cook, Bühne und Kostüme: Udo Hesse, Andrew Storer, Luisa Spinatelli, am Flügel: André Parfenov; Samstag, 22. September, 19.30 Uhr, Theater an der Odenkirchener Straße; Karten gibt es an der Theaterkasse unter 02166 6151-100.