Mönchengladbach : Feier im Museum: 20 Jahre Atelierstipendium, 30 Künstler

Der Dank ging vor allem an die Josef und Hilde Wilbertz-Stiftung, die den Aufenthalt der Stipendiaten und den abschließenden Katalog finanziert.

Es war eine besondere Feierstunde im Café des Museums Abteiberg. Die Künstlerin Britta Thie, 30. Atelierstipendiatin der Stadt, wurde verabschiedet, und man blickte zurück auf 30 Jahre Stipendium. Das Jahr für Jahr nur vergeben werden kann, weil die Josef und Hilde Wilberz-Stiftung dafür sorgt, dass der Lebensunterhalt der Künstlerinnen und Künstler während ihres Aufenthalts in Mönchengladbach abgedeckt ist, und dass sie eine Ausstellung oder Aktion zeigen können, die in einem Katalog dokumentiert wird. Dafür dankten Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und Kulturdezernent Gert Fischer dem Stiftungsvorstand Peter Fliege. „Alle gewinnen – die Stipendiaten, die Gladbacher Kulturszene, die ganze Stadt““, sagte der Oberbürgermeister. Die gemeinnützige Wilberz-Stiftung unterstützt seit ihrer Gründung 1980 soziale Organisationen und kulturelle Projekte. „In einer Zeit, als andere stiften gingen, haben die Wilberz’ etwas angestiftet“, sagte Reiners.

„Die Künstler werfen einen ganz unbefangenen, neuen Blick auf die Stadt“, sagte Gert Fischer. Und das sei bei Britta Thie ganz besonders der Fall. Die Künstlerin hatte mit Jugendlichen, die sie vor allem im Minto angetroffen hatte, einen Film gedreht, der in der Mall und im Museum entstand und auch an beiden Stellen gezeigt wurde. Über diesen fruchtbaren Perspektivwechsel sprach auch Thomas Hoeps. Der Leiter des Kulturbüros, dessen Team die Atelierstipendiaten betreut, sagte: „Wir haben von den vielen Künstlern, die im Atelierhaus lebten und arbeiteten, sehr viel gelernt.“ Und Museumsdirektorin Susanne Titz erinnerte daran, dass es immer schon Bestrebungen gegeben hat, Künstler von außen in die Stadt zu holen. „Ich denke beispielsweise an Blinky Palermo und Ulrich Rückriem, die hier in den 1970er Jahren ein gemeinsames Atelier hatten.“

Britta Thie gestand, sie sei ganz verknallt in das Museum und in die Stadt. „Mir ist aufgefallen, dass es hier auffallend viele Jugendliche gibt.“ Das habe sie zu ihrem Film „Powerbanks“ inspiriert. Im Atelierhaus hat sie etliche Filmskripte geschrieben, die sie gern hier drehen möchte. Und sie verriet, dass sie gerne noch bleiben würde. „I’m not ready to leave“, sagte sie. Auf Deutsch: Ich bin noch nicht soweit, gehen zu können.