Abschluss der Mönchengladbacher Krimitage: Blutiges Frühstück mit vier Autoren

Krimitage in Mönchengladbach : Mordsmäßiges Frühstück im BIS

Mit einem „Bloody Breakfast“ mit den Autoren Barbara Steuten, Regina Schleheck, Doro Koch und Rohan de Rijk endeten die 15. Mönchengladbacher Krimitage im BIS-Zentrum.

Es heißt, Schokolade tue angespannten Nerven gut. Vielleicht standen aus diesem Grund zwischen Rührei, Schinken und Lachs auch ein paar kakaohaltige Verführer auf dem Frühstücksbüffet im BIS-Zentrum für den Verzehr bereit. Mordsmäßig zum „Bloody Breakfast“ aufpoliert, bot der Brunch am Sonntag nicht nur Kalorien für einen guten Start in den Tag, sondern auch den energiereichen Impuls, um der Blutspur der 15. Mönchengladbacher Krimitage bis zum Ende zu folgen.  „Die letzte Blutspur führt quer durchs BIS, und wir haben heute schon Blut geschwitzt, da wir immer mehr Gäste und Anfragen bis zum letzten Moment haben“, kommentierte Gastgeberin Claudia Uebach-Pott in der ausgebuchten Lesung den Erfolg der Reihe.

Die Krimiautoren Barbara Steuen, Regina Schlecheck, Doro Koch und Rohan de Rijk stellten sich im Laufe der Matinee reihum gegenseitig vor. Den Auftakt im Lesezirkel unternahm de Rijk als einziger Mann im literarischen Quartett. Nach vielen Kurzgeschichten und einem Gedichtband schrieb er mit der modernen, in den USA angesiedelten Road-Story „Schnee am Strand“ seinen ersten Thriller. Ein weiterer Krimi sei bereits in Arbeit, erfuhren seine Zuhörer von de Rijks Kollegin Babara Steuten.

Der Autor startete seine Lesung mit dem ersten Buchkapitel, das vieles andeutet und vor allem Fragen aufgibt. Warum findet sich die junge Ashley mit starken Kopfschmerzen und „Filmriss“ in einem ihr fremden Zimmer wieder? Stellt der junge Mann Damian, der „Schnee“ durch die Nase konsumiert, für die Frau eine Bedrohung dar?, mochten sich die Zuhörer zu Beginn fragen. Der Autor schildert eine oft trostlos anmutende Szenerie, die Ungutes ahnen lässt, nennt Gewalt beim Namen. Über die ausgewählten Kapitel und einige Überleitungen lernten die Zuhörer ein Paar kennen, das sich immer tiefer in Gewalt verstrickt. Das sei der Beginn einer unheilvollen Begegnung, die sich zunehmend blutrünstig auswirke und mit steigendem Drogenkonsum verbunden sei, so der Autor am Ende seines Beitrags. Das Ende verriet er natürlich nicht. Für alle, die mehr wissen wollten, stand der Büchertisch bereit.

Regina Schleheck, tags zuvor zur Preisträgerin der Bonner Buchmesse Migration gekürt, stellte einen von elf Kurzkrimis aus dem Band „Mörderisches Bergisches Land“ vor. Die fiktiven Erzählungen sind um 125 auf sie abgestimmte, reale Freizeittipps ergänzt, so dass der Band zur Hälfte ein Sachbuch ist. Im Kurzkrimi „Mails, Messer, Mord in Müngsten“ entfaltet die Autorin die Geschichte über einen Mail-Austausch, der mit einer scheinbar harmlosen Anfrage zu Kontaktdaten beginnt. Fragen und Antworten zwischen den einstigen Schulkameradinnen Mirja und Katharina offenbaren nicht nur zwei grundsätzlich verschiedene Charaktere, sondern auch einen gefährlich schwelenden Konflikt. Schleheck versteht es, spannend und mit dezent dosiertem Sarkasmus Spannung aufzubauen und bis zur Eskalation voranzutreiben. Das Ende verblüffte, ließ die Zuhörer einen Moment innehalten, ehe sie mit langem Beifall dankten.

Doro Koch las eine Geschichte aus ihrem Band „Einmal in fremden Betten hüpfen“. Die Autorin sei für ihre Beiträge über Menschen am Rande der Gesellschaft ausgezeichnet worden, verriet Schleheck. Im Kurzkrimi „Das letzte Geschenk von Tim“ lässt Koch ihre Leser zunächst bewusst im Unklaren, ob die Ängste der Lena eingebildet oder real sind. Am Ende zeigt sich, dass Tim sein letztes Geschenk zum Verhängnis wird.

Barbara Steuten schließlich entführte die Zuhörer nach Niederbroich, einem fiktiven Dorf am Niederrhein mit den charakteristischen Zügen der Region. Im aktuellen Fall „Tote trinken keinen Kaffee“ bekommt ihre Heldin Kati Küppers, Küsterin und Miss Marple vom Niederrhein, Unterstützung durch den Jack Russel Terrier Filou.  Der ihr zugelaufene Streuner findet beim Spaziergang mit Katis Ehemann im Wald eine Leiche, und schon bald findet sich die Amateurdetektivin am Tatort ein – vermutlich zum Missfallen des ermittelnden Kommissars. Die Autorin entwickelt ihren Roman mit amüsantem Unterton und ironischem Blick auf ihre Heldin und deren Entourage im fiktiven Niederbroich.