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Mönchengladbach: Krings bei Flüchtlingen in Jordanien

Mönchengladbach : Krings bei Flüchtlingen in Jordanien

Sechs Millionen Einwohner, davon 600 000 Flüchtlinge. Dass Jordanien einer der stabilen Staaten inmitten einer der größten Krisenregionen der Welt ist, hat Folgen. Daran, dass die Flüchtlinge aus Syrien in der Nähe ihrer Heimat eine ordentliche Unterkunft auf Zeit finden, arbeiten viele Deutsche mit, zum Beispiel rund 800 Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) in der jordanischen Wüste. Die bekamen jetzt Besuch von Günter Krings, dem Mönchengladbacher Staatssekretär im Bundesinnenministerium.

"Viele Syrer haben nicht Europa als Ziel. Sie wollen so schnell wie möglich wieder zurück in ihre Heimat", berichtete Krings nach seiner Rückkehr der RP. 14 000 Menschen werden im Flüchtlingslager Al Azraq betreut; Platz ist noch für deutlich mehr. Die Bedingungen sind schwierig. Der Untergrund ist felsig, in den Wellblechhütten herrscht große Hitze. Krings erfuhr, welch hohes Ansehen der THW in der Region genießt. "Wenn zum Beispiel die Waschbecken für die Kinder zu hoch montiert sind, sorgen die THW-Mitarbeiter schnell und pragmatisch für Hilfe", erzählt Krings. An derselben Stelle mitten in der Wüste hatte es in den 90er Jahren schon einmal ein großes Flüchtlingslager gegeben. Krings knüpfte auch einen Kontakt, von dem die niederrheinische Hilfsorganisation Medeor profitieren wird. Das Hilfswerk will Medikamente bereitstellen; bisher hatte es an einem Ansprechpartner gefehlt. Nun kümmern sich die THW-Mitarbeiter in Jordanien darum, dass die Hilfe an der richtigen Stelle ankommt.

Bei seinem 36-Stunden-Besuch im Nahen Osten hatte Krings zunächst in der jordanischen Hauptstadt Amman eine Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung zur politischen Lage im Nahen Osten eröffnet. Wie notwendig eine Sicherheitspatenschaft zwischen Europa und dem Nahen Ost sei, zeige die Zahl von 500 Dschihadisten, die in Deutschland für den Terrorkampf ausgebildet wurden und von dort nach Syrien und in den Irak ausreisten, so Krings.

(RP)