1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Krebsbehandlung am besten im Zentrum

Mönchengladbach : Krebsbehandlung am besten im Zentrum

Der Onkologie-Report 2013 der AOK Rheinland/Hamburg weist eine hohe Sterberate durch Krebs in Mönchengladbach aus. Und die meisten krebsbedingten Ausfalltage verursachen Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung und Kirchen.

Mit der Anwesenheit von gleich vier Chefärzten unterstrichen die Kliniken Maria Hilf den Stellenwert, den sie dem neuen Onkologie-Report 2013 der AOK zuerkennen. Heinz Frohn, Regionaldirektor der AOK, hatte gestern Prof. Herbert Sperling, Chefarzt der Klinik für Urologie, Privatdozent Andreas Meyer, Chefarzt der Pneumologie, Privatdozent Ullrich Graeven, Chefarzt der Hämatologie, und Hans Hoffmanns, Chefarzt der Strahlentherapie, zu Gast. Und auch die beiden Geschäftsführer des größten Klinikträgers der Stadt, Prof. Andreas Lahm und Jürgen Hellermann, blätterten durch den neuen Krebsreport, den Frohn und Marion Urmes-Breuer (AOK, Versorgungsstelle) ihnen vorlegten.

Die Zahlen und Fakten zu Krebserkrankungen in der Region beruhen nicht nur auf Erhebungen, die die AOK unter ihren Mitgliedern anstellte, es sind auch die Ergebnisse der statistischen Bundesämter und des Landeszentrums Gesundheit eingearbeitet. Aufgeteilt nach Branchen weist der Report überregional aus, dass die meisten Fehltage aufgrund einer Krebserkrankung 2011 in der öffentlichen Verwaltung und im Kirchendienst anfielen.

Die Resultate des Krebsreports für Mönchengladbach sind nicht beruhigend: So steht die Stadt in der Tabelle bei krebsbedingten Sterbefällen pro 100 000 Einwohnern mit 185 Todesfällen (bezogen auf das Jahr 2010) an vierter Stelle. Krefeld kommt auf 165 Fälle, Aachen gar nur auf 150. Andererseits, so Heinz Frohn, werden in der Region Krebserkrankungen bei Frauen weniger als im Durchschnitt in Krankenhäusern behandelt. Dr. Andreas Meyer vermutet, dass zum Beispiel Brustkrebs bei Frauen hier überwiegend ambulant und weniger stationär behandelt wird. Dabei betreiben das Krankenhaus Bethesda und die Kliniken Maria Hilf das Brustzentrum Niederrhein. Da verwundert, dass ausgerechnet in Mönchengladbach die Anzahl der Sterbefälle (2010) durch Brustkrebs an zweiter Stelle nach Solingen rangiert. Die Quote beträgt hier fast 30 Prozent. Zum Vergleich: Im Kreis Aachen liegt sie bei 17,75 Prozent.

Im alarmierenden Bereich liegt auch die Zahl der Sterbefälle durch Darmkrebs bei Männern, da nimmt Mönchengladbach Platz 4 ein. Frohn glaubt eine Ursache zu kennen: "80 Prozent der Männer gehen einfach nicht zur Vorsorge." Auch bei den Behandlungs- und Sterbefällen bei Prostatakrebs liegt die Stadt jeweils im oberen Drittel.

Beim Lungenkrebs ist die Sterblichkeit in Mönchengladbach ebenfalls stark ausgeprägt. Hier rauchen zudem mit 30 bis 35 Prozent überwiegend viele Bürger. Dr. Meyer betont, dass es weiterer intensiver Aufklärung bedürfe, um die Hauptursache, das Rauchen, weiter zu verringern. "Es ist eine Suchterkrankung, die immer wieder einen Anstoß braucht", hob er hervor. Diesem Zweck dienen Rauchentwöhnungskurse am Maria-Hilf.

AOK-Direktor Frohn möchte die Versorgung bei Tumorerkrankungen weiter verbessern. Ein Weg: Karzinome dort behandeln lassen, wo das größte Know-how ist. Das sind die von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Onkologischen Zentren, von denen es in NRW nur sieben gibt. Ullrich Graeven (Maria-Hilf) ist Vorsitzender der Kommission der Onkologischen Zentren. Ein solches Zentrum, mit drei Schwerpunkten, führen die Kliniken Maria Hilf. Den Unterschied zu anderen Fachzentren erläutert Graeven so: "Bei uns gibt es ein koordiniertes interdisziplinäres Vorgehen. Dazu gehören auch die allwöchentlichen Tumorkonferenzen."

(RP)