Mönchengladbach: Kraft und Röttgen im Kunstwerk

Mönchengladbach : Kraft und Röttgen im Kunstwerk

Ob Comedy oder Polit-Talk: Das Kunstwerk in Wickrath ist eine beliebte Kulisse für Fernsehproduktionen. Anfang Mai wird aus der alten Industriehalle die Elefantenrunde zur Landtagswahl live übertragen.

Am 2. Mai wird aus dem Kunstwerk in Wickrath wieder einmal zum Sendestudio: Dann nämlich ist die alte Industriehalle Schauplatz der sogenannten Elefantenrunde, bei der die Spitzenkandidaten der Parteien für die Landtagswahl die wichtigsten Themen diskutieren.

Als Wahlkampfarena hat das Kunstwerk Tradition: Schon 2005 stellte sich hier Gerhard Schröder vor der Bundestagswahl in einer Live-Übertragung den Fragen der WDR-Moderatoren. Sandra Maischberger moderierte von dort "Tatort Schulweg", eine Podiumsdiskussion über Jugendgewalt. Und vor der NRW-Landtagswahl 2010 diente die Halle schon einmal als Kulisse für die politischen Debatten der Elefantenrunde. Als Außenstudio hat sich das Kunstwerk also bewährt — und genau deshalb wird der WDR in wenigen Wochen wieder einmal zu Gast sein.

"Die Anfrage kam für uns schon sehr kurzfristig", sagt David Bollenberg vom Kunstwerk. "Aber glücklicherweise haben wir in dieser Zeit nur einige kleinere Veranstaltungen im Roten Krokodil, so dass wir die Halle umbauen können." Bis diese in eine ein Sendestudio verwandelt ist, die Lichttechnik und die Kameras positioniert sind, wird es eine Woche dauern. Dass der Sender die einstige Industrieruine für seine Berichterstattung nutzt, hat einen einfachen Grund. Der Weg von der Politik-Redaktion bis nach Wickrath ist kurz, "und wir arbeiten schon lange zusammen", sagt Geschäftsführer Tobias Stenzel.

Dabei sah es noch Ende der 1990er Jahre nicht so aus, als würde aus dem maroden Backsteingebäude jemals wieder etwas — erst recht keine moderne Bühne. Zu teuer, zu risikoreich. Bis 2001 das Kunstwerk eröffnete. "Am Anfang mussten wir die Künstler noch einkaufen, damit sie überhaupt hierher kamen", erinnert sich Tobias Stenzel.

Der bayerische Comedian Michael Mittermeier erzählte ihm später, bei der Fahrt zu seinem ersten Auftritt im Wickrather Kunstwerk habe er gedacht, der Taxifahrer habe ihn entführt. Dass sich in einem Backsteingebäude auf dem platten Land eine solche Bühne verstecken könnte — damit habe er wirklich nicht gerechnet. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. "Mittlerweile fragen selbst die Künstler an, denen ein Saal mit 2000 Leuten eigentlich zu klein wäre", sagt Tobias Stenzel.

Fernsehkoch Horst Lichter zeichnete seine Comedy-DVD "Sushi ist auch keine Lösung!" hier auf, der Komödiant Herbert Knebel sein Soloprogramm. Der Südtiroler Kabarettist Konrad Beikircher schätze die Bühne ebenfalls sehr. "Wir versuchen, alles ein bisschen familiär zu halten, damit sich der Künstler wohl fühlt." Oder sogar schon ein bisschen heimisch. Bald werden Tobias Stenzel und seine Kollegen nämlich umziehen — damit der WDR in ihrem Büro sein Pressezentrum einrichten kann.

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(RP/jco)
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