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Mönchengladbach: Konzert mit Flöte und Harfe

Mönchengladbach : Konzert mit Flöte und Harfe

Anette Maiburg und Andreas Mildner begeisterten in St. Helena.

Wenn ein Konzerttermin verschoben wurde und gleichzeitig Borussia spielt, lässt das für die Zahl der Besucher nichts Gutes erwarten. Nicht so in Rheindahlen, wo am Sonntag der Andrang so groß war, dass der Platz in den Kirchenbänken nicht ausreichte.

Die Flötistin Anette Maiburg, Echo-Klassik-Preisträgerin 2009, war schon mehrfach zu Konzerten mit Flöte und Orgel in St. Helena zu Gast. Zum ersten Mal kam sie jetzt mit einem Harfenisten als Duo-Partner, mit dem Soloharfenisten des WDR-Sinfonieorchesters und Professor an der Würzburger Musikhochschule Andreas Mildner. Flöte und Harfe sind sehr alte Instrumente, sie werden schon in der Bibel erwähnt. Zwar wurden sie seit den alten Zeiten erheblich verändert. Aber auch in der heutigen Bauart legt die Kombination Flöte und Harfe Assoziationen an biblische Themen nahe - das Motto "Zwischen Himmel und Erde" war passend gewählt.

Am Anfang stand Barockes. Ob nun die flotte g-Moll-Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach, seinem Vater Johann Sebastian (unwahrscheinlich) oder von Johann Joachim Quantz komponiert wurde, ist nicht geklärt. So oder so war eine kultivierte Wiedergabe zu hören.

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Der sphärisch-silbrige Klang der Kombination Harfe und Flöte passt hervorragend zum Klangideal des französischen Impressionismus, ob nun die Komponisten selbst für diese Kombination geschrieben haben oder ihre Werke nachträglich bearbeitet wurden. Anette Maiburg hatte eine reizvolle Transkription von Debussys "Clair de lune" angefertigt.

Auch für Flöte oder Harfe allein zu schreiben, war für Komponisten des französischen Impressionismus eine dankbare Aufgabe. Mildner beeindruckte mit zwei Divertissements des Franzosen André Caplet, eins im französischen, eins im spanischen Stil. Und Maiburg zeigte am Beispiel von "Jade" für Flöte solo auf, dass französische Komponisten wie Pierre Octave Ferroud gern asiatische Stilmittel mit französisch-impressionistischen kombinierten. Schwermütig klang die Bearbeitung der Tschaikowsky-Arie des Lensky aus der Oper "Eugen Onegin". Eine ganz andere Wirkung, modern und um Perkussionseffekte auf beiden Instrumenten erweitert, erzielte "Narthex" des 1941 in Belfort geborenen Bernard Andrès. "Zwischen Himmel und Erde", wenn auch nicht im streng kirchlichen Sinne, mag auch "Nightclub" von Astor Piazzolla angesiedelt sein, mit dem das Konzert einen temperamentvollen Ausklang nahm.

Beide Künstler freuten sich über den zahlreichen Besuch und bedankten sich mit einer Zugabe von Gabriel Fauré, "Après un rêve" (Nach einem Traum).

(-tr)