Kontrollen in Mönchengladbach: Berauschte Fahrer im Visier der Polizei

Kontrollen in Mönchengladbach: Berauschte Fahrer im Visier der Polizei

Alleine im Januar wurden 20 Autofahrer aus dem Verkehr gezogen, weil sie betrunken oder unter Drogeneinfluss am Steuer saßen. Deshalb gibt es weitere Schwerpunktkontrollen. Rauschmittel zählen zu den Hauptunfallursachen.

Die 28-jährige Frau, die am 27. Januar an der Reyerhütter Straße gestoppt wurde, konnte sich nach Polizeiangaben kaum noch auf den Beinen halten, so berauscht war sie vom Alkohol. Ans Steuer hatte sie sich dennoch gesetzt. Zeugen hatten gesehen, wie sie mit dem Auto auf ein Tankstellengelände gefahren war. Ein Alkoholtest ergab bei der 28-Jährigen einen Wert von fast drei Promille. Gemessen wurde er um 7 Uhr morgens. Keine zehn Stunden später fiel Polizisten auf der Bismarckstraße ein Fahrer auf, der an einer Reihe wartender Autos vorbeifuhr und eine rote Ampel passierte. Auch dieser 43-Jährige hatte zu viel Alkohol getrunken. Bei der Kontrolle sei den Beamten sofort die "Fahne" aufgefallen. Außerdem entdeckten sie eine leere Alkoholflasche im Wagen. Auch dieser Mann habe kaum noch eigenständig laufen können, steht im Polizeibericht.

Das sind nur zwei Fälle von insgesamt 20 gemeldeten Alkohol- und Drogenfahrten im Stadtgebiet alleine im Januar. Dabei kommt der Höhepunkt der närrischen Tage noch. "Alkohol und Drogen gehören zu den Hauptunfallursachen", sagt Polizeisprecherin Isabella Hannen. Deshalb werde es in den kommenden Tagen verstärkt Schwerpunktkontrollen im Stadtgebiet geben, um unbelehrbare Promillesünder aus dem Verkehr zu ziehen. Darauf weist jetzt auch eine "Kim"-Figur am Polizeipräsidium hin.

Am dritten Wochenende im Januar erwischte die Polizei im Stadtgebiet bei einer solchen Überwachung immerhin acht Fahrer, die sich berauscht ans Steuer gesetzt hatten. Vier Autofahrer und ein Lkw-Fahrer hatten Alkohol getrunken, drei Autofahrer Drogen konsumiert. Auf der Odenkirchener Straße war ein Autofahrer aufgefallen, weil er mit wechselnden Geschwindigkeiten und in Schlangenlinien fuhr. Bevor er den Anhaltezeichen der Polizei Folge leistete, tat er noch etwas für sein Flensburg-Konto: Er fuhr mehrfach über Gehwege und passierte eine rote Ampel.

Zeugen sind wichtig für Ermittler

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Betrunkene und berauschte Autofahrer müssen sich aber nicht nur vor Polizeikontrollen fürchten. Denn Fahrer, die ihre Mitmenschen gefährden, werden auch immer häufiger von Zeugen gemeldet.

Dies geschah zum Beispiel am 23. Januar: Da war eine 52-jährige Autofahrerin gleich mehreren Zeugen aufgefallen. Sie meldeten der Polizei, dass eine Frau auf der Hardter Landstraße mit ihrem Pkw in starken Schlangenlinien unterwegs und schon mehrfach gegen die Bordsteinkante gefahren sei. Bevor die Beamten eintrafen, war die Trunkenheitsfahrt bereits vorbei. Ein Ampelmast hatte ihr ein Ende gesetzt. Davor war die Frau mit ihrem Wagen noch vor ein Verkehrsschild gefahren. Ein erster Alkoholtest ergab bei ihr einen Wert von über zwei Promille. In ihrem Wagen befanden sich laut Polizei mehrere Flaschen mit Alkohol. Bei dem Unfall selbst war die 52-Jährige nur leicht verletzt worden. Weil sie aber den Beamten gegenüber zugab, auch Medikamente genommen zu haben, kam sie ins Krankenhaus.

Für eine spektakuläre Aktion sorgten zwei Autofahrer, die einen Betrunkenen am 13. Januar nach einer Geisterfahrt stoppten. Gegen 5 Uhr touchierte ein alkoholisierter Rheydter, der mit seinem BMW auf dem Stapperweg auf der falschen Straßenseite unterwegs war, den Smart eines 29-Jährigen und den Golf eines 24-Jährigen. Beide Fahrer nahmen die Verfolgung auf und konnten den Wagen des betrunkenen Fahrers, der noch mit weiteren geparkten Autos kollidierte, schließlich so einkeilen, dass es kein Weiterkommen mehr gab. Das war das Ende einer Alkoholfahrt, die einen Sachschaden von mindestens 20.000 Euro verursacht hatte. Dass es bei Blechschäden blieb, hat wohl mit Glück zu tun. Denn Zeugen haben später berichtet, dass der betrunkene BMW-Fahrer beinahe einen Fußgänger mit Hund angefahren hätte.

Dass Alkohol- und Drogenfahrten weitaus tragischer enden können, zeigt der tödliche Unfall vom 23. März 2011: Anwohner erinnern sich noch heute an den lauten Knall in der Nacht. Damals war an der Kreuzung Stadtwaldstraße/Voosener Straße der Pkw eines alkoholisierten 22-Jährigen mit dem Wagen von drei Frauen zusammengestoßen. Die Fahrerin und eine Beifahrerin wurden durch den Aufprall getötet, eine weitere Beifahrerin schwer verletzt - ebenso wie ein Motorradfahrer, den der Schwalmtaler zuvor an einer Ampel bei Rotlicht erfasst hatte. Der 22-Jährige hatte 1,66 Promille Alkohol im Blut, außerdem Cannabis geraucht. Er wurde noch im selben Jahr wegen Straßenverkehrsgefährdung und fahrlässiger Tötung zu einer Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt.

(gap)