Mönchengladbach: Kongresszentrum auf dem Abteiberg

Mönchengladbach : Kongresszentrum auf dem Abteiberg

CDU und SPD reaktivieren die Hotel-Pläne und wollen einem Investor Haus Erholung zum Kauf anbieten. Weil die Stadt bei Immobilienentwicklern inzwischen hoch angesehen ist, könnte das Interesse groß sein. 2018 soll gebaut werden.

Ein Vorzeige-Projekt an einer in jeder Hinsicht exponierten Stelle in Alt-Gladbach planen CDU und SPD: Auf dem Abteiberg soll ein Kongresszentrum entstehen. Dies verkündeten am Montagabend die beiden Fraktionsvorsitzenden Hans Peter Schlegelmilch (CDU) und Felix Heinrichs (SPD) bei einer Veranstaltung der Rheinischen Post im Café Linol in Rheydt. Das Zentrum soll über ein Hotel verfügen und das Haus Erholung komplett mit einbeziehen. Dabei wird nicht ausgeschlossen, die ehrwürdige Erholung auch an den Investor zu verkaufen, der auf dem Gelände des alten Haus Zoar ein Hotel errichten soll. Bereits vor einigen Jahren gab es Hotel-Pläne für den Abteiberg, die aber in der Schublade verschwanden.

"Jetzt ist es an der Zeit, diese Pläne wieder zu reaktivieren", sagt SPD-Fraktionschef Heinrichs. Die Vorzeichen sind günstiger denn je. Denn der Name Mönchengladbach ist bei allen Projekt- und Immobilienentwicklern derzeit dick rot unterstrichen. Der Immobilienbericht der Wirtschaftswoche hat, wie jüngst CDU-Fraktionsvorsitzender Schlegelmilch in seiner Haushaltrede betonte, Mönchengladbach als Kaufempfehlung mit einer Wertsteigerung von bis zu acht Prozent in den nächsten drei Jahren genannt. Beim Gesamtumsatz der Wirtschaft liegt Gladbach vorn. Bei den Immobilienmessen Expo Real und Mipim haben hiesige Delegationen regelmäßig Besuch von großen nationalen und internationalen Investoren. "Diese positive Entwicklung muss man nutzen. Und zwar jetzt, wo die Stadt nicht mehr als Stärkungspakt-Kommune wahrgenommen wird, sondern auf einem Wachstumspfad ist", sagt Schlegelmilch.

Zwischen 2011 und 2014 gab es immer einmal Pläne für ein Hotel auf dem Abteiberg. Schon damals gab es wenig Probleme, Investoren dafür zu finden. Am Ende scheiterten alle Projekte an der Suche nach einem Betreiber. Die Stadt hatte lange nur das etwa 2000 Quadratmeter große Gelände des alten Haus Zoar angeboten und einem Investor einen klaren Auftrag mit auf den Weg gegeben: Die Ausrichtung des Hotels sollte zum Abteiberg passen. Zum Kulturhügel gehört das Ensemble mit Museum Abteiberg, Haus Erholung, Hans-Jonas-Park, Stift.-Hum.-Gymnasium, Brunnenhof, Münster und Rathaus Abtei.

Der Betreiber sollte künstlerische und historische Komponenten in sein Konzept einbeziehen. Am ehesten hätte dies auf die Art'otel-Gruppe gepasst, die ernsthaftes Interesse hatte, aber ein 120-Betten-Hotel in einem fünfgeschossigen Gebäude bauen wollte. Da winkten die Politiker ab. Sie taten es auch, als die Ibis-Gruppe ein Drei-Stern-Hotel direkt neben der Erholung errichten wollte. Das war nicht das, was Stararchitekt Sir Nicholas Grimshaw der Stadt als Aufgabe im Masterplan mitgegeben hatte: Die herausragende Bedeutung des Abteibergs sollte bei allen Planungen berücksichtigt werden. Auch Peter Jost, Geschäftsführer des Tagungshotels Elisenhof, und Ben Lambers, langjähriger Chef des Dorint-Hotels, hatten Pläne für ein Hotel. Sie führten Gespräche, aber dann lag alles auf Eis. Schlegelmilch: "Ich wünsche mir, dass im nächsten Jahr ein Wettbewerb läuft und 2018 auf dem Abteiberg gebaut wird." Seite C 6

(RP)