Mönchengladbach: Kommentar: Den Wandel wagen!

Mönchengladbach : Kommentar: Den Wandel wagen!

Wissenschaftler wissen zu berichten, dass der Ausdruck "Status quo" ursprünglich in dem lateinischen Sinnspruch "in statu quo res erant ante bellum" ("in dem Zustand, in dem die Dinge vor dem Krieg waren") zum Einsatz kam. Auf den Terminus berief sich in der Folgezeit nicht nur eine britische Rockband, sondern auch jeder, dem die Wahrung irgendeines Ist-Zustandes am Herzen lag. Dazu zählen in der Regel Interessenvertreter, die ihre Interessen gerade einigermaßen gut vertreten sehen – wie etwa die Hoteliers, denen die Bundesregierung eine Mehrwertsteuersenkung schenkte, von der wenig bis gar nichts an die Kunden weitergegeben worden ist.

Doch Gladbach wäre schlecht beraten, immer und überall auf die Wahrung des Status quo zu setzen. Verstetigten Stillstand gibt es in der Stadt schon genug. Also: Bettensteuer her und mit den Einnahmen die Standortwerbung stärken! Und wenn sich Investoren finden, die neue Hotels bauen wollen: Lasst sie investieren! Lasst sie bauen! Denn sicher könnten neue Häuser mit innovativen Konzepten an spannenden Orten wie Abteiberg oder Borussia-Park, neue Kundschaft in die Stadt spülen, den bestehenden Hotels Beine machen, diese zu eigenen, neuen Ideen zwingen. Wissenschaftler wissen zu berichten, dass der Ausdruck "Status quo" früher einmal "Status quo ante" hieß – "der Zustand bevor". Nur aus Angst vor einem Abstraktum wie der Belegungsquote auf Wandel, Innovation und Investition zu verzichten, wäre fatal.

(RP)
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