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Mönchengladbach: Kleingarten-Marathon

Mönchengladbach : Kleingarten-Marathon

52 Kleingartenanlagen in drei Tagen: Die Bewertungskommission ist unterwegs. Im Schweinsgalopp und mit Kennerblick begutachten die Juroren jeden Baum und jeden Strauch. Die Redaktion durfte sie ein Stück begleiten.

Der quietschgelbe Bus ist nicht zu übersehen. Und die Menschen, die aus seiner Tür quillen, sind nicht zu überhören. Fröhliches Plaudern, lautes Lachen, eifriges Blättern in grünen und roten Kladden: Die Bewertungskommission ist unterwegs. Die Fachleute schauen sich in allen 52 Kleingartenanlagen des Kreisverbandes um, drei Tage lang sind sie unterwegs — bei Wind und Wetter.

Der 62. Kleingartenwettbewerb der Stadt läuft auf Hochtouren, die Anlagen sind herausgeputzt, die Parzellen, die für die Einzelwertung ausgesucht wurden, auf Vordermann gebracht. Es gibt viel zu schauen. Die Juroren legen los. Viel Zeit haben sie nicht — 25 Minuten sind im Begehungsplan pro Kleingartenanlage vorgesehen. Im Schweinsgalopp macht sich die Truppe auf den Weg.

Blick hinter die Hecke

Die Juroren mit den roten Mappen bewerten die Gesamtanlage, die mit den grünen die ausgewählten Einzelgärten. Forschen Schrittes geht es über die Kieswege. Ein Außenstehender würde meinen, da ist eine Gruppe plaudernder Freunde unterwegs. Sieht auch so aus. Aber — weit gefehlt — dem Kenner entgeht nichts. Hier ein Blick hinter die Hecke, da kurz gestoppt und das unglaublich üppige Spalierobst im Garten von Toni Dahmen bewundert, schnell etwas in der Mappe notiert. Die Herrschaften sind hoch konzentriert.

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Die Kleingartenanlage Am Bungtbach ist begutachtet. Kurt Liedtke, der neue Kreisverbandsvorsitzende, lässt die Trillerpfeife ertönen. Das ist das Zeichen. Alle rennen zum Ausgang. Es geht weiter zur Anlage am Schloss Rheydt. Da wird der gelbe Bus bereits erwartet. Freundliche Begrüßung durch Fachberater Josef Matton. Und schon wieder stürmen die Fachleute los. Vor den Gartentörchen der einzelnen Parzellen stehen allerlei bunt bepflanzte Behältnisse: Fahrräder, ausrangierte Puppenwagen, kleine und große Kübel. Sehr hübsch.

Im Garten von Karlheinz Kellers knubbelt es sich. Dieser Kleingärtner, so heißt es, hat die schönsten Gurken, die schönsten Paprikaschoten und die schönsten Tomaten. "Da werde ich richtig neidisch", sagt Hans-Peter Reichartz. Der stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes wirft einen Blick in das Gewächshaus. "unglaublich, wie kriegt der das hin?" Das erzählt Karlheinz Kellers bereitwillig: "Die stehen auf Kompost, und ich binde die immer schön an den Spiralstäben fest. Das ist alles." 19 Eimer Tomaten erntet er in jedem Jahr, sagt der Kleingärtner. Und 18 Eimer Kartoffeln. Das ist doch was.

Die Juroren werfen noch einen Blick aufs Vereinshaus, sie begutachten im Vorbeigehen den Kinderspielplatz und bewundern das Biotop. Dann — der schrille Pfiff. Kurt Liedtke mahnt zur Eile. Der Bus setzt sich in Bewegung. Weiter geht's — zur Kleingartenanlage Mülfort-Bruch. Also los.

(RP)