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Mönchengladbach: Klassenzimmer wird zum Technik-Labor

Mönchengladbach : Klassenzimmer wird zum Technik-Labor

Bauen, experimentieren, forschen - im Franz-Meyers-Gymnasium werden mit dem "Lego Education Innovation Studio" Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften spielerisch gelernt. Möglich ist das durch Spenden und Fördergeld.

Philipp und Jan lächeln stolz, als sie ihren Roboter vorführen. Es ist ein Gerät, das mit Greifarm einzelne Teile automatisch von einem Ort zum anderen transportiert. Das Besondere: Man kann die Farbe der auszuwählenden Einzelteile vorgeben. Auch wenn es beim Vorführen noch ein wenig hakt - "das ist gar nicht so weit entfernt von industriellen Produktionsprozessen", sagt Susanne Feldges zur Arbeit der beiden Elftklässler am Franz-Meyers-Gymnasium. So wie die beiden sollen viele andere Schüler spielerisch ans Forschen, Bauen und Experimentieren gebracht werden.

Seit drei Jahren arbeitet Feldges vom Vorstand der MGconnect-Stiftung gemeinsam mit dem Schulleiter Achim Bruder daran, in dem Giesenkirchener Gymnasium ein "Lego Education Innovation Studio" (LEIS) einzurichten. Ein solches gibt es bereits in Bochum. Das Ziel ist, Schülern die Scheu vor den so genannten MINT-Fächern zu nehmen, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Das Problem: Ein solcher Lernort kostet 50.000 Euro. Zwar wurden für die Hälfte bei dem Wissenschafts- und dem Wirtschaftsministerium des Landes EU-Fördergelder beantragt, aber der andere Teil musste über Spenden fließen. Kurz vor dem Abgabetermin klaffte noch eine beachtliche Lücke im Budget - die konnte mit einer Spende in Höhe von 7000 Euro von der Schaffrath Stiftung geschlossen werden. "Nach Rücksprache mit dem Stiftungs-Kuratorium hat Renate Schaffrath schließlich zugesagt. "Naturwissenschaften werden greifbar und erlebbar gemacht", betont die Stiftungsgründerin. Dank der Spende gab es vom Fördergeber grünes Licht. "Der Zuwendungsbescheid liegt jetzt vor, wir können mit der Einrichtung des LEIS beginnen", sagt Susanne Feldges. Am 30. März soll es in Betrieb gehen.

An der Schule ist die Freude groß: "Es war ein Wunsch aus der Elternschaft", sagt Schulleiter Bruder. "Denn der Markt an Fachkräften ist in MINT-Feldern leer, die Schüler empfinden die Materie als schwierig und trocken." Über die positiv besetzte Marke Lego lasse sich der Stoff im LEIS spielerisch vermitteln. Die Schüler können aus Bausätzen selber Roboter und Geräte bauen, erkennen, wie physikalische und technische Vorgänge funktionieren, müssen dafür auch Prozesse berechnen. Mein Sohn hat das auch begeistert zusammengebastelt", sagt Renate Schaffrath.

Foto: Denisa Richters
Foto: Denisa Richters

Der Raum steht nicht nur den Schülern des Giesenkirchener Gymnasiums zur Verfügung, sondern auch Klassen anderer Schulen. Es gibt Lernmaterial für alle Altersstufen, die Lehrer werden dafür speziell geschult. Der Förderverein des Franz-Meyers-Gymnasiums kümmert sich um die Organisation. Und das ist nicht ohne, denn die Bausätze bestehen aus etlichen Einzelteilen und müssen komplett bleiben. "Wir organisieren dafür einen Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahrs", sagt Ulrich Körfges vom Vorstand des Fördervereins. Er gehörte an dem Gymnasium mit Alexandra Oellers, Lehrerin für Mathematik und Informatik, zu den treibenden Kräften für das Projekt.

(dr)