Mönchengladbach: Klassentreffen der Sport-Asse

Mönchengladbach : Klassentreffen der Sport-Asse

Vor 60 Jahren wurden sie aus der Volksschule in Windberg entlassen. Am Samstag trafen sie sich wieder. Doch es war nicht irgendeine Klasse, die da in der Parkklause am Wasserturm zusammenkam. Sie dürfte eine der sportlich erfolgreichsten gewesen sein, die Mönchengladbach je gesehen hat: Im Jahr 1950 holte sie den Stadtmeistertitel im Fußball, im Handball und im Schlagball. Zwei der damaligen Schüler, Hans Göbbels und Bert Pfeiffer, wurden zudem 1960 mit Borussia Mönchengladbach Deutscher Pokalmeister.

"1951 sind wir aus der Schule entlassen wurden", erzählt der heute 75-jährige ArturWalberger. "Im Sommer 1950 holten wir die Stadtmeistertitel. Wir waren 14 Jahre alt damals - und schlugen unter anderem alle Gymnasien der Stadt." Der ehemalige Borusse Hans Göbbels (75) erinnert sich: "Es gab damals nichts außer Fußball. Viele von uns haben in der Nähe von einem Sportplatz gewohnt. Ich hatte sogar die Fußballbälle von der Schule bei mir zu Hause.

" Fast jeden Nachmittag, so Göbbels, hätten sie sich getroffen und Fußball gespielt. Ebenfalls mit in der siegreichen Schulmannschaft:Günter Franken (74). Seit der Geburt ist Frankens linker Arm verwachsen, nur den rechten kann er zu hundert Prozent bewegen und benutzen. Doch hinderte ihn dies nie daran, Sport zu treiben. Zuerst Handball, später konzentrierte er sich auf den Fußball. "Unser damaliger Lehrer, Hermann Thomas, hatte es nicht leicht mit uns", erzählt Franken.

"Wir sind immer sehr aktiv gewesen. Aber er hat uns sehr unterstützt." Und Artur Walberger ergänzt lächelnd: "Thomas war vielleicht auch etwas größenwahnsinnig. Nachdem wir im Handball Stadtmeister geworden sind, ließ er uns gegen den Verein Vfl Welfia antreten, der damals schon sehr gut spielte." Mit zwei Toren Differenz, so Walberger, hätte die erfolgreiche Schulklasse auch dieses Spiel gewonnen. "Nachher bekamen einige von uns Angebote, ob wir nicht für Welfia spielen wollten", fügt Walberger noch lachend hinzu.

Auf die Idee, das Jubiläum zu feiern, brachte ihn sein elfjähriger Enkel. "Er fragte mich, warum ich mich nicht mal mit meinen alten Schulfreunden treffen würde. Und so kam der Stein ins Rollen."

(fae)
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