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Mönchengladbach: Kirchenchor: Schiedsstelle vertagt die Entscheidung

Mönchengladbach : Kirchenchor: Schiedsstelle vertagt die Entscheidung

Der Vorsitzende des Schiedsgericht will Begründungen für die Auflösung des Kirchenchors Heilig Geist.

Das Schiedsgericht des Bistums Aachen hat getagt – aber keine Entscheidung getroffen. Zwei Stunden lang hatten die Kontrahenten, Vertreter des Kirchenchors St. Cäcilia Heilig Geist und der pfarrlichen Gremien von St. Laurentius, ihre Argumente vorbringen können. Letztlich vertagte der Vorsitzende der Schiedsstelle, Professor Peter Roggendorf, die Entscheidung. "Der Auflösungsbeschluss, den das Bistum auf Antrag der Pfarre ausgesprochen hat, enthält keine ausreichenden Begründungen", bemängelt er.

Für die Schiedsstelle sei dieser Fall eine Besonderheit, weil es um Streitigkeiten innerhalb der Gemeinde ginge, nicht aber um Unstimmigkeiten zwischen dem Chor und dem Bistum. Roggendorf hat nun den Fachbereichsleiter für Kirchenmusik beim Bistum, Professor Michael Hoppe, aufgefordert, den Auflösungsbeschluss ausreichend zu begründen. "So gesehen hat der Chorleiter, Markus Schmitz, Recht bekommen", sagt Roggendorf.

Der Chorleiter hatte immer wieder um Aufklärung gebeten, wollte wissen, was genau die Pfarre ihm und seinen Sängern vorwirft. Pfarrer Jan Nienkerke, der den Streit bei seinem Amtsantritt von seinem Vorgänger Pfarrer Johannes van der Forst "erbte", sieht die Sache anders. "Seit 2010 haben wir immer wieder Gespräche mit dem Chorleiter geführt, die Vorwürfe wurden alle mehrfach benannt", sagt er.

Professor Hoppe hatte an mehreren Schlichtungsgesprächen teilgenommen. Nachdem die allesamt scheiterten, hatten Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat Pfarrer Nienkerke gebeten, den Auflösungsbeschluss beim Bistum zu beantragen. Gegen den Beschluss zur Auflösung des Chores hatte die Chorleitung Beschwerde eingelegt. Daraufhin wurde das Schiedsgericht eingeschaltet.

"Wenn die Begründungen vorliegen, kann der Chor dazu wiederum Stellung nehmen", sagt Peter Roggendorf. Im Anschluss daran werden sich die Kontrahenten ein weiteres Mal vor der Schiedsstelle treffen. "Das Bistum hat uns gedrängt, in der Zwischenzeit doch noch eine gütliche Lösung zu finden", sagt Pfarrer Jan Nienkerke. Er hätte sich gewünscht, dass allen Beteiligten ein weiteres Verfahren erspart geblieben wäre. "Das ist schon ein riesiger zeitlicher Aufwand – vor allem auch für die Ehrenamtler, die dann ein weiteres Mal nach Aachen fahren müssen."

(RP)