Mönchengladbach Kirche zum Abriss freigegeben

Mönchengladbach · Seit fast fünf Jahren steht das evangelische Gemeindezentrum in Mülfort leer. Jetzt wurde ein Investor gefunden. Das Bauunternehmung Jakob Durst möchte auf dem Gelände an der Giesenkirchener Straße Häuser errichten. Dafür muss das Gotteshaus abgerissen werden.

Am Pfingstsonntag 2006 wurde die Tür des evangelischen Gemeindezentrums Mülfort nach dem Abschiedsgottesdienst endgültig abgeschlossen. Seitdem suchte die Gemeinde nach einem Investor für das Gebäude. Den hat sie endlich gefunden. Die Mönchengladbacher Bauunternehmung Jakob Durst will auf dem Grundstück zwischen der Giesenkirchener-, der Bruch-, Krimmler- und Altenbroicher Straße einen neuen Wohnkomplex bauen.

Um das tun zu können, muss die Kirche abgerissen werden. Das bestätigt Walter Durst, Juniorchef des Bauunternehmens. "Die Gemeinde hat sich endgültig von der Kirche getrennt, und der Abriss wird befürwortet", sagt er. "Das Bebauungsplanverfahren läuft. Das Ergebnis müssen wir abwarten."

In Mönchengladbach gibt es inzwischen einige Kirchen, die in Wirklichkeit keine mehr sind. Die evangelische Friedenskirche in Rheydt machte den Anfang. 2001 wurden in das ehemalige Gotteshaus Wohnungen gebaut. Die Pfarrkirche St. Peter Waldhausen wurde entweiht und zur Kletterkirche umfunktioniert. Aus der Pfarrkirche St. Elisabeth Untereicken wurde eine Grabeskirche, in der Kirche Herz Jesu Pesch entstehen derzeit Wohnungen. Das evangelische Gemeindezentrum in Mülfort wird nicht umgewidmet, sondern für den Abriss freigegeben.

Auf dem Grundstück sollen nach den Vorstellungen des Investors Wohngebäude errichtet werden. "Die Bebauung wird sich nach der umgebenden Architektur richten", sagt Walter Durst. Anwohner, besonders von der Krimmlerstraße, hatten im Vorfeld eine zu hohe und nahe Bebauung befürchtet.

"Niemand in dem Viertel hat etwas gegen die geplante Wohnbebauung", sagt Ratsherr Henning Haupts (SPD). "Aber die Bewohner der Häuser rund um das Gelände befürchteten einen Werteverlust durch eine zu komplexe Bebauung."

Walter Dust beruhigt: "Wir haben die Wünsche der Nachbarn bereits in die Planungen einfließen lasen. Zur Giesenkirchener Straße hin richten wir uns nach der Höhe der Bebauung links und rechts, im hinteren Bereich, wo wir seniorengerechtes Wohnen ermöglichen wollen, sind wir mit der Geschosszahl heruntergegangen."

Derzeit untersucht die Untere Denkmalbehörde den Boden rund um das Gemeindezentrum. "Man hat hier eine Römersiedlung vermutet. Aber bisher ist offenbar nicht Besonderes gefunden worden", sagt Walter Durst. "Die Arbeiten werden wohl bald abgeschlossen sein."

Ihm kann es recht sein. Denn sein Unternehmen bezahlt die Bodenuntersuchungen. Die Ausschüsse und der Stadtrat werden sich in Kürze mit dem Gelände beschäftigen und über die zukünftige Nutzung entscheiden müssen.

(RP)
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