Kirche Mönchengladbach: Neues Regionalteam

Kirche: Mixed Team an der Spitze der Region

In einem feierlichen Gottesdienst in St. Marien Rheydt wurden die Weichen für die Zukunft der Region gestellt. Bischof Helmut Diester fand in seiner Lesung sehr klare Worte zum Thema sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche.

Würdiger und beeindruckender hätte der Rahmen kaum sein können. Zu klangvollem Orgelspiel schreiten der Aachener Bischof Helmut Dieser, Noch-Regionaldekan Ulrich Clancett und der zukünftige Regionalvikar Klaus Hurtz durch den Mittelgang der Rheydter Marienkirche zum Altar. Zahlreiche Begleiter füllen den Chorraum. Es ist ein bedeutendes Ereignis zu zelebrieren: Das neue Regionalteam für die Region Mönchengladbach wird offiziell ins Amt eingeführt. Es besteht aus dem Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden Rheydt-Mitte, Pfarrer Hurtz, aus Pastoralreferentin Ulrike Wellens und der ehrenamtliche Mitarbeiterin Elisabeth Laumanns. Zugleich bedeutet es, Abschied zu nehmen vom bisherigen Regionaldekan Ulrich Clancett, dem die Gemeinde mit anhaltendem Applaus dankt.

Das „Mixed Team“ an der Spitze der Region in Zusammenarbeit mit den Regionalen Räten ist ein völlig neues Konstrukt. „Wir stellen ein Team auf, einen Priester, eine hauptamtliche Pastoralreferentin und eine ehrenamtliche Christin, und übertragen ihnen die Aufgabe, die Leitung Ihrer Region gemeinsam auszuüben und ein Scharnier zu bilden für den Gesprächs- und Veränderungsprozess, sagt der Aachener Bischof. Das Projekt „Heute bei dir“' sei als Scharnier zwischen den Teilprozessgruppen auf der Diözesanebene und dem kirchlichen Leben in der Region zu verstehen.

In seiner Predigt bezieht sich Bischof Helmut Dieser mit deutlichen Worten auf die aktuelle schwierige Situation, die dazu führen könne, vom Glauben abzufallen. In vielen Ländern haben Priester und andere kirchliche Personen über lange Zeiträume hinweg ihre Machtstellung dazu missbraucht, sexuelle Gewalt an Minderjährigen auszuüben. „Die Verantwortlichen in der Kirche haben das alles in vielen Ländern nicht wirksam verhindert, sondern lange verdeckt und vertuscht und die Betroffenen im Stich gelassen“, sagt der Bischof. „Ich möchte dazu sagen: Der eigentliche und tiefste Schmerz liegt nicht im Schaden für die Kirche. Das erste und tiefste und weitgehend unbekannte und immerfort weitergehende Leiden liegt bei den Opfern: Es sind die Jungen und Mädchen, die missbraucht wurden von den Priestern und von anderen Vertrauenspersonen. Was ihnen angetan wurde, hat das Zeug dazu, vom Glauben abzufallen.“

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Viele Forderungen würden derzeit öffentlich diskutiert. „In der kommenden Woche wird die Deutsche Bischofskonferenz in Fulda die Ergebnisse der Studie diskutieren, die die Bischöfe selber in Auftrag gegeben hatten. Ich traue es uns Bischöfen und unseren Beraterinnen und Beratern noch zu, dass wir gemeinsam die richtigen Schlüsse ziehen und die Weichen für die Zukunft richtig stellen. Wenn ich das nicht mehr könnte, wäre auch ich vom Glauben abgefallen.“

Den bisherigen Regionaldekan Ulrich Clancett verabschiedete Helmut Dieser als „Mann der Tatkraft und des Wortes, als kontaktfreudigen und meinungsstarken Menschen, der zudem ein guter Netzwerker ist, der die Menschen im Blick hat und hellwach die Veränderungen beobachtet.“ Ulrich Clancett wird den Vorsitz im Gemeinderat Mönchengladbach behalten. Er überreichte den Schlüssel für das Haus der Regionen an Ulrike Wellens, das Siegel der Region an Elisabeth Laumanns und die Stola an Pfarrer Klaus Hurtz.

Nach dem feierlichen Gottesdienst gab es vor der Marienkirche ein Beisammensein bei „Brot und Wein“.

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