Mönchengladbach: Kinder-Party mit den Bläck Fööss

Mönchengladbach : Kinder-Party mit den Bläck Fööss

Lehrer und Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Schulstraße waren gestern gleichermaßen aufgeregt: Drei Mitglieder der "Bläck Fööss" waren gekommen, um mit den Kindern kölsche Lieder zu singen. Die hatten viel Spaß und begeisterten die Musiker mit perfektem Dialekt.

Schon von weitem sind sie zu hören — die glockenhellen Kinderstimmen, der Bass und die Gitarre. "Hey, hey, schnall dich an, fahr met mir op d'r Achterbahn. Hey, hey, du bes dran, fahr met mir Achterbahn", schmettern 33 Kinder in perfektem Kölsch und ohne einen einzigen Texthänger. Und das aus vollem Hals, mit strahlenden Gesichtern, im dunkelblauen Einheits-T-Shirt — und mit nackten Füßen. Musiklehrer Guido Kasmann — echter Kölner und mit einem schwarz-weißen Schal um den Hals — gibt heute nicht den Ton an. Das machen "De Black Fööss". Obwohl der Name etwas anderes verspricht, (Bläck Fööss sind nackte Füße) tragen die drei Musiker Kafi Biermann, "Bömmel" Lückerath und Hartmut Priess festes Schuhwerk. Und sind trotzdem total von den Socken.

Der Text sitzt perfekt

"Ihr macht das sensationell", sagt "Bömmel" Lückerath zu den Dritt- und Viertklässlern der Gemeinschaftsgrundschule Schulstraße. "Das glauben die uns in Köln nicht, dass ihr das so toll gemacht habt". Das nächste Lied ist "Unsere Stammbaum". "Su simmer alle he hinjekumme, mir spreche hück all dieselve Sproch", der Text sitzt perfekt. "Wie haben aber auch lange geübt", sagt Lehrer Kasmann, der selbst mit den "Bläck Fööss" aufgewachsen ist, wie er sagt. Das Üben sei manchmal richtig lustig gewesen. "Ich musste den Kindern natürlich erst mal übersetzen, was sie da überhaupt singen", sagt er und lacht breit und mit sichtlich viel Stolz auf seine Schützlinge. Jeden Dienstag und Donnerstag seit Februar, jeweils in der sechsten Unterrichtsstunde stand kölsches Liedgut auf dem Stundenplan.

"Einfach voll cool"

Das intensive Textlernen haben die Kinder aber schon fast vergessen. "Das ist einfach voll cool", sagt der zehnjährige Philipp. Na klar, üben musste er natürlich viel, so der Viertklässler. "Manche Texte sind nämlich richtig schnell und schwer." Doch das hat sich gelohnt, denn heute singt er mit der Band, die er vorher nur aus dem Internet kannte. Auch Marie, neun Jahre alt, ist begeistert: "Jetzt kann ich ein bisschen Kölsch!"

Seit zehn Jahren tingeln die "Bläck Fööss" durch Grundschulen, um mit KIndern zu singen und so auch "die kölsche Sprache zu erhalten", wie "Bömmel" Lückerath nach der Singstunde sagt. "Grundschulkindern kann man das am besten einpflanzen", hat er beobachtet. Normalerweise sind die drei der sieben Band-Mitglieder an Kölner Schulen unterwegs. "Aber hier war man so hartnäckig, da haben wir zugesagt", so der Musiker.

Konrektor Reinhold Eicker, der ebenfalls einen schwarz-weißen "Bläck Fööss"-Schal um den Hals trägt, war es, der nicht locker ließ, nachdem er im Fernsehen von der Schulaktion der Band erfuhr. "Ich bin total froh, dass es geklappt hat", sagt er und schmettert viele der Lieder mit seinen Schülern mit.

Ach ja: Das Thema Fußball spielte bei der gestrigen Kinder-Gaudi übrigens keine Rolle. Und weder eines der Bandmitglieder noch ein Schüler oder Lehrer trug einen weiß-roten (1. FC Köln) oder einen schwarz-grünen Schal (Borussia).

(RP)
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