Mönchengladbach: Kinder als Feuerwehrmann für einen Tag

Mönchengladbach : Kinder als Feuerwehrmann für einen Tag

Feuerwehrmann zu werden, ist der Wunsch vieler Schüler. In der Feuerwache 2 hatten Kinder die Gelegenheit, ihre Vorstellungen mit der Wirklichkeit abzugleichen. Trotz großer Konkurrenz ist der Berufswunsch weiter angesagt.

Bis zu ihrem Abschluss müssen sie noch ein paar Schuljahre absolvieren - aber in Sachen Berufswahl sind ihre Vorstellungen schon ziemlich konkret. Eine Gruppe von acht Kindern zwischen acht und zehn Jahren hat sich bei einer Ferienaktion des Vereins Kindersportschule Mönchengladbach (Kiss MG) damit beschäftigt, wie Feuerwehrleute arbeiten. Die Aufgabe ist bei der Hälfte der Kinder - zumindest für den Moment - eine Option. Allerdings hat der generationenübergreifende Traumberuf über die Jahre Konkurrenz bekommen: Biologe, Chemiker, Arzt, Fußballer und Hockeyspieler stehen in ihrer Gunst weit oben, berichten die Grundschüler bei ihrem Besuch der Feuerwache 2.

Der Tag auf der Station am Pfingsgraben nahe des Nordparks ist für sie der Höhepunkt der ganzen Feuerwehr-Woche. Bei den "Spürnasen-Tagen" dürfen sie Dinge machen, die für viele Träume bleiben: mit der Drehleiter in die Luft gehen, im Feuerwehrauto Platz nehmen und die passende Montur anziehen. An manchen Stellen muss Frank Nießen, Pressesprecher der Wehr, die Begeisterung bremsen. Den Wunsch, aus großer Höhe auf das Auffangpolster zu springen, kann er nicht erfüllen. Auch für das Mitfahren zum Einsatz fehlt den Grundschülern noch die eine oder andere Qualifikation. Stattdessen erfahren Jakob, Yasin, Michel, Vincent, Marlon, Anna Sophie, Tom und Fiete, dass der Beruf nicht nur aus Feuerlöschen besteht. Dass die Feuerwehr auch stark übergewichtige Menschen mit der Drehleiter aus oberen Stockwerken holt und Personen im Winter von Eisflächen rettet, ist für sie neu. Die Berufsfeuerwehr Mönchengladbach sieht solche Termine als wichtigen Bestandteil der Nachwuchsförderung und der Prävention. "Wir zeigen zum Beispiel, wie man einen Notruf absetzt und wie ein Feuerwehrmann aussieht, wenn er im Einsatz ist", sagt Frank Nießen. Zudem mache es der demografische Wandel nötig, früh für den Beruf zu werben. Auch wenn es momentan bei der Jugendfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr noch keinen Nachwuchsmangel gebe, könnte dies bald zum Problem werden. Die Voraussetzungen für die Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr seien schwieriger geworden. "Nicht jeder Arbeitgeber ist bereit, seinen Mitarbeiter dafür freizustellen", sagt Nießen. Und natürlich sei die Arbeit auch schon mal fordernd. Nach dem Orkan "Ela" hätten die Kräfte bis fünf Uhr morgens gearbeitet, für viele ging es dann im Anschluss auf die Arbeit.

Um Kinder schon früh für die Tätigkeit zu interessieren, wurde 2013 eine Zusammenarbeit mit der Gemeinschaftsgrundschule Wickrath und der Grundschule Bell eingegangen. Einmal im Monat ist die Feuerwehr in den dritten und vierten Klassen Thema im Unterricht beziehungsweise in einer AG. Gemeinsam mit Lehrern und Kräften von der Berufs- oder Freiwilligen Feuerwehr werden dann Feuerwehrthemen behandelt. Wer zehn Jahre alt ist, hat dann die Möglichkeit, die Jugendfeuerwehr zu besuchen.

Kiss MG bietet in der vierten Ferienwoche, 28. Juli bis 1. August, noch einmal die "Spürnasen-Tage" zum Thema Feuerwehr an. Die Teilnahme kostet 129 Euro. Anmeldung: www.kiss-mg.de.

(RP)
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