Mönchengladbach: Keine großen Behinderungen beim gestrigen Warnstreik

Mönchengladbach: Keine großen Behinderungen beim gestrigen Warnstreik

Der Vorplatz des Mönchengladbacher Hauptbahnhofs war gestern Morgen gähnend leer. Normalerweise warten viele Berufspendler und Schüler hier auf Busse, die sie in Innenstädte, in Stadtteile und zu den Schulen bringen. Es hielt kein einziger Bus: Weil die Mitarbeiter der NEW streikten, blieben alle Busse in ihren Depots. Neben Verdi hatte auch die Gewerkschaft Komba zu den ganztägigen Warnstreikaktionen aufgerufen. Bei der nächsten Verhandlungsrunde am 15./16. in Potsdam sitzt auch Sandra van Heemskerk vom Komba-Ortsverband Mönchengladbach mit am Verhandlungstisch.

Ausgestorben war die Stadt allerdings nicht: Am Hauptbahnhof rollen die Züge ganz normal an. Die Deutsche Bahn war nicht vom Warnstreik betroffen. Viele Pendler hatten sich darauf eingestellt, dass keine Busse fuhren. Die meisten stiegen auf das eigene Auto um. Die Straßen waren deutlich voller als an normalen Tagen. Das merkt auch Stadtsprecher Dirk Rütten auf seinem Arbeitsweg. "Ich bin mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Es hat wegen der von Autos verstopften Straßen etwas länger als üblich gedauert. Im innerstädtischen Berufsverkehr und durch den Elternverkehr zu Schulen und Kitas hat es erhebliche Verkehrsbelastungen gegeben", sagt Rütten später. Die Taxifahrer am Hauptbahnhof hatten schon am frühen Morgen gut zu tun. Sobald ein neuer Zug erreichte, war kurze Zeit später der Taxistand leer. Manche Fahrgäste fanden sich in Gruppen zusammen und stiegen zusammen bei den Fahrern ein, andere ließen sich alleine an ihren Zielort bringen. "Von mir aus könnten die Busfahrer jeden Tag streiken", scherzte einer der Fahrer. Das Geschäft lief gut. Der nervige Nachteil: "Teilweise war auf den Straßen aber kein Durchkommen, weil so viele Autos unterwegs sind", sagte ein Taxifahrer.

Auch die städtischen Kitas wurden gestern bestreikt, Hausmeister an Schulen und Hauspost-Kuriere der Stadt hatten ebenfalls ihre Arbeit niedergelegt. Zu größeren Einschränkungen habe dies laut Stadtsprecher Rütten aber nicht geführt: "Keine Einrichtung musste geschlossen werden. Die eingerichteten Notgruppen in den bestreikten Einrichtungen liefen. Die Mittagsverpflegung in den Schulen ist gesichert. Da wurde ein Notdienst eingerichtet." In den sensiblen, weil immer stark frequentierten Meldestellen sowie in der Zulassungs- und Führerscheinstelle lief alles nach Plan: Es gab keine streikbedingten Einschränkungen. Bei der Stadttochter Mags war ein Viertel der Belegschaft im Streik, es gelang aber, den Betrieb aufrecht zu erhalten.

(see/web)