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Mönchengladbach: Kein Kunststoffrasen am Stapper Weg in diesem Jahr

Mönchengladbach : Kein Kunststoffrasen am Stapper Weg in diesem Jahr

Ein langes Hickhack, das nur Insider verstehen. Fakt ist: Ein Sportplatz-Neubau ist 2014 zeitlich nicht mehr möglich.

Die Diskussion dauerte eine gute Stunde, und es gab gleich zwei Sitzungsunterbrechungen. Einmal beantragt von der SPD, dann von der CDU. Und der Beschluss, der danach gefasst wurde, setzt Insider-Kenntnisse voraus, um ihn überhaupt zu verstehen. Denn der Rat beschloss mit 33 Stimmen – CDU, FDP, FWG und UFG – die Entscheidung des Rates von November 2013 nicht aufzuheben. Damals hatten die Ratsmitglieder dafür votiert, den Ascheplatz für rund 400 000 Euro zu sanieren und – falls weitere 224 000 Euro zur Verfügung stehen – den Natur- durch Kunststoffrasen zu ersetzen und auf dem Gelände des Ascheplatzes eine Freizeitsportanlage zu bauen. In der gestrigen Ratssitzung beschloss eine breite Mehrheit, die Sportanlage von Germania Geistenbeck einer neuen Bewertung zu unterziehen.

Konkret und in die Realität übersetzt bedeutet das: In diesem Jahr wird der Rasenplatz nicht in ein Kunststoff-Spielfeld umgewandelt. Denn selbst wenn der Rat in einer seiner nächsten Sitzungen doch noch für diese Lösung stimmen würde, ist sie für 2014 nicht umsetzbar. Für Planung und Umbau bleibt dann nicht genügend Zeit. Das heißt aber auch: Die Freizeitsportanlage, die nach den Plänen der Verwaltung unter anderem eine Beachvolleyball-Anlage, ein Beachsoccer-Feld und eine Kletterwand vorsieht, wird auch nicht in diesem Jahr umgesetzt. Es könnte sogar sein, dass dieses Vorhaben ganz gestrichen wird. Die Neu-Bewertung, für die sich die FDP stark machte, kann eben ergeben, dass für eine solche Freizeitsport-Anlage der Stapper Weg der falsche Standort ist.

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Und um dieser kuriosen Situation die Krone aufzusetzen, ist nicht einmal verbaut, dass am Ende doch Germania Geistenbeck noch einen Kunststoffrasen bekommt und dass nebenan die von der städtischen Sportverwaltung favorisierte Freizeitsport-Anlage entsteht. Denn das Geld – immerhin mehr als 600 000 Euro – aus der Sportpauschale für 2014 bleibt vorerst unangetastet. Was jetzt geschieht, ist allein von der Neu-Bewertung abhängig.

SPD und Grüne hatten dafür gekämpft, dass Geistenbeck zeitnah den Kunststoffrasen bekommt. "Für uns ist entscheidend, was der Verein will und dass er das schnell bekommen soll. Denn das ist für ihn existenziell", sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Beine. Die Grünen wiesen darauf hin, dass auch drei Grundschulen den Sportplatz nutzen. Die CDU hielt dagegen. Das komme einem Persilschein gleich, sagte ihr Ratsherr Robert Baues: "Was machen wir mit anderen Vereinen, die sich auch schnell einen Kunstrasen wünschen – mit Lürrip und Venn?" FWG-Ratsherr Klaus Oberem mahnte eine nicht ausreichende Planung an, was Sportdezernent Dr. Gert Fischer bestätigen musste: Eine fertige Detailplanung gebe es nicht, die Konzeption sei nicht mit Planungen hinterlegt.

(RP)