Mönchengladbach: Kaum Bewerber auf Grundschullehrer-Stellen

Mönchengladbach: Kaum Bewerber auf Grundschullehrer-Stellen

Es gibt zu wenig Grundschullehrer. Nur 93 Prozent der Stellen sind besetzt. "Die Grundschulen müssen zaubern, wenn sie die Stundenpläne machen", sagt Schulamtsdirektorin Ursula Schreurs-Dewies, für die Schulaufsicht bei den Grundschulen verantwortlich.

Dennoch sind die Zahlen, die Schuldezernent Gert Fischer zum Beginn des Schuljahres 2017/18 präsentieren kann, weitgehend positiv. Die Zahl der Schulanfänger ist stabil: 2163 Kinder beginnen ihre Schullaufbahn, 38 weniger als im Vorjahr. Mehr i-Dötzchen - vor allem durch die Kinder von Zuwanderern, aber auch durch die steigende Geburtenrate in der Stadt - wird es erst in drei bis vier Jahren geben. Bis dahin hat sich die Delle bei der Zahl der Grundschullehrer, die unter anderem der Umstellung des Studiums auf den Bachelor- und Masterabschluss geschuldet ist (die Studierenden brauchen jetzt einfach länger), ausgewachsen, hoffen die Verantwortlichen. Die Inklusion, meint Martin König, für die Förderschulen verantwortlich, laufe verhältnismäßig gut in Mönchengladbach. 900 Schüler werden inklusiv beschult. Gemeinsames Lernen heißt das im Verwaltungsdeutsch. König bricht eine Lanze für die Inklusion. "Bei 850 Schülern funktioniert das problemfrei, 50 bereiten Probleme - und das macht dann viel Wirbel", sagt er. Dadurch stelle sich die Situation schlechter dar, als sie eigentlich sei. Nicht alle Schüler beziehungsweise deren Eltern wünschen das Gemeinsame Lernen. Es gibt weiter fünf Förderschulen in der Stadt, die von rund 1300 Kindern mit unterschiedlichem Förderbedarf besucht werden.

Das Land stellt über das Projekt "Gute Schule 2020" ordentlich Mittel für Baumaßnahmen bereit. 6,8 Millionen Euro können in Gebäude gesteckt werden. Etwa in die Schaffung von Betreuungsräumen in den Grundschulen Waisenhausstraße, Meerkamp und Untereicken. Oder in die Sanierung von Toiletten wie in der Grundschule Pahlkestraße, in der Will-Sommer-Grundschule oder dem Gymnasium an der Gartenstraße. "In den nächsten zwei Jahren fließt eine Million Euro in die Toilettensanierung", sagt der Schuldezernent. Auch Schulhofsanierungen sind geplant, so etwa in der Grundschule Pesch, wo die Schüler schon Alarm geschlagen hatten.

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Zudem ist Geld für Planungen da. "Wir brauchen valide Informationen, wo welche Maßnahmen nötig sind und was grundhafte Sanierungen kosten", so Schulamtsleiter Harald Weuthen. Diese Bestandsaufnahme ist sinnvoll vor dem Hintergrund eines zu erwartenden Geldregens aus Berlin in Höhe von bis zu 24 Millionen Euro. Gut, wenn man dann gleich Pläne aus der Tasche ziehen kann. Ebenfalls in Vorbereitung auf zu erwartende Bundesmittel erarbeitet die Stadt einen ambitionierten Medienentwicklungsplan. "Wir wollen in NRW Spitze werden", so Fischer. In zwei Jahren sollen alle Schulen ans Breitband angeschlossen sein, die In-Haus-Versorgung dauert aber bis zu sechs Jahren. Damit die Technikwelt auch genutzt wird, sind entsprechende Lehrerfortbildungen geplant.

(RP)