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Mönchengladbach: Kaufland darf Warenhaus in Holt bauen

Mönchengladbach : Kaufland darf Warenhaus in Holt bauen

Auf ihre Bauvoranfrage hat die Gruppe Kaufland/Jessen das "Okay" der Stadt bekommen. Das bedeutet: Es gibt keine planungsrechtlichen Hürden für ein SB-Warenhaus. Beigeordneter Andreas Wurff ist sich sicher: "Kaufland kann bauen."

Kaufland kann in Holt ein SB-Warenhaus bauen. Die Prüfung aller planungsrechtlichen Kriterien, die das Projekt bereits im Vorfeld hätten verhindern könnten, hat keine Anhaltspunkte gegeben: Das SB-Warenhaus mit 5500 Quadratmetern Verkaufsfläche widerspricht nicht dem Einzelhandelskonzept. Auch die zusätzlichen Belastungen aus dem Autoverkehr sind, so die Gutachter, nicht so gravierend, als dass sie nicht beherrschbar wären. Weil das Vorhaben nicht unumstritten ist, hat die Stadt "alles vor und zurück prüfen lassen" - so der Technische Beigeordnete Andreas Wurff. Er ist sich sogar sicher: "Wenn Kaufland weiterhin an dem Vorhaben festhält, wird sich das Unternehmen in Holt ansiedeln können."

Es ist dennoch nicht auszuschließen, dass es am Ende doch noch eine Klage gegen das Projekt gibt. Zwar hat die Stadt, bevor sie die Bauvoranfrage genehmigt hat, auch dies sorgsam abgeklopft und fühlt sich, was ihren Part angeht, auf der sicheren Seite. Bei Anwohnern und Geschäftsleuten in Holt gibt es derzeit noch große Widerstände gegen Kaufland. Es ist außerdem ein offenes Geheimnis, dass die Warenhauskette Real, die in der Stadt ihre Zentralverwaltung hat und an der Krefelder Straße und an der Moses-Stern-Straße große SB-Warenhäuser betreibt, die mögliche Konkurrenz im Stammgebiet mit Argusaugen beobachtet.

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Dass die neue schwarz-rote Mehrheit im Rat das Vorhaben noch torpedieren könnte, ist weitgehend ausgeschlossen. Als das Unternehmen Kaufland seine Pläne im November vergangenen Jahres im Bau- und Planungsausschuss vorstellte, war die große Mehrheit deutlich angetan. Und die kam aus dem Lager von CDU und SPD. Die Grünen wiederum lehnen Kaufland ab und wollen das Projekt verhindern - dies hätte bei möglichen Gesprächen um eine schwarz-grüne Kooperation im Rat zu einem Zankapfel werden können. Das Gelände an der Ecke Aachener Straße, Monschauer Straße und Bahnstraße, auf dem jetzt ein ehemaliger Praktiker-Baumarkt steht, gehört der Baugesellschaft Jessen. Sie hat die Verhandlungen mit Kaufland geführt und plant es mit BDMP Architekten & Stadtplaner BDA, die eine enge Beziehung zu Jessen hat. Dieses Büro hat seinen Sitz im Nordpark.

Das Einzelhandelskonzept sieht für Holt sogar einen Bedarf von mehr als 6000 Quadratmetern zusätzlicher Verkaufsfläche vor. Heikel war bislang die Verkehrsanbindung. Wurff: "Der Verkehr muss über Monschauer Straße und Bahnstraße geführt werden. Da müssen unter anderem Ampelschaltungen neu geregelt werden. Aber das will alles Kaufland bezahlen." Auch ein gesichtsloser Zweckbau nach dem Strickmuster "quadratisch, praktisch, hässlich" soll ausgeschlossen werden: Die Stadt will über einen städtebaulichen Vertrag Einfluss auf die Architektur nehmen.

(RP)