Mönchengladbach: Katrin und Alf sind das perfekte Team

Mönchengladbach : Katrin und Alf sind das perfekte Team

Katrin Nake hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und eine Physiotherapie-Praxis für Tiere eröffnet. Denn die sind für sie eine Lebenseinstellung. Nur mit kleinen Nagern hat sie so ihre Probleme - wegen einer Heuallergie.

Kaum ist die Klingel gedrückt, ertönt Hundegebell. Die Klingel gehört Katrin Nake, und das Gebell ihrem Gefährten Alf, einem braun-weißen Großpudel, auch Königspudel genannt. Seit dreieinhalb Jahren lebt der Rüde bei Katrin Nake.

Als Katrin Nake und ihr Mann Alf zu sich holten, lebten beide noch in Hamburg. "Ich wollte schon immer einen braun-weißen Großpudel, und Alf war der einzige braun-weiße Welpe in seinem Wurf. Als wir ihn besuchten, war es auch schon um uns geschehen", erinnert sich Nake. Bei ihrem Umzug vor zwei Jahren von Hamburg zurück in die Heimat kam nicht nur ihr Mann mit, sondern auch Alf.

Zur damaligen Zeit besaß die gebürtige Mönchengladbacherin schon einen Hund - Gino. Alf und Gino lebten allerdings nicht lange zusammen unter einem Dach. Denn Gino musste mit 15 Jahren altersbedingt eingeschläfert werden. "Wäre Alf nicht schon bei uns gewesen, wäre die Zeit härter für mich gewesen als ohnehin schon", sagt Katrin Nake.

Haustiere gehören also schon lange zu ihrem Leben. Angefangen hat es mit einem Kaninchen, als sie fünf Jahre alt war. "Doch ich merkte schnell, dass ich eine Heuallergie habe", sagt Katrin Nake. Somit musste das Kaninchen gehen. Im Laufe der Zeit kamen noch eine Katze und eine Schildkröte in die Familie.

"Mit elf Jahren hatte ich meine Eltern soweit, und ich bekam Gino." Alf ist jetzt ihr zweiter Hund. "Ein Leben ohne Tiere kann ich mir nicht mehr vorstellen." Sie weiß, wovon sie spricht: Vier Jahre lang lebte sie in Hamburg ohne Haustier - Gino und die Familienkatze nahm sie dorthin nicht mit. "So ein Umzug ist für Tiere sehr anstrengend. Ich konnte nicht so egoistisch sein und meine Haustiere aus ihrem Umfeld reißen."

Nun lebt Katrin Nake mit ihrem Mann, einem Kater und Alf in Eicken. "Tiere sind eine Lebenseinstellung. Wir fliegen im Hochsommer nicht in den Urlaub, weil die Strände zu voll sind. Meinen Kater und Alf könnte ich nicht in einer Pension oder bei Freunden abgeben."

Aber der Rüde spielt nicht nur privat eine große Rolle in Katrin Nakes Leben. Ganz aktuell hat sie ihre eigene Physiotherapie-Praxis für Tiere eröffnet - "Sportsfreund" an der Eickener Straße 403. Mithilfe von digitaler Bio-Datenerfassung, einem Unterwasserlaufband und über zehn weiteren Behandlungsmethoden unterstützt die Tierphysiotherapeutin Haustier und Halter dabei, Erkrankungen von Vierbeinern zu behandeln. "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Es war ein langjähriger Prozess", sagt Nake.

Angefangen hat es mit Praktika in Tierarztpraxen sowie Kinder- und Jugendarbeit mit Hunden, bis hin zur Ausbildung als Tierphysiotherapeutin. "Alf war zu pfiffig und neugierig, um als Therapiehund mit Kleinkindern zu arbeiten", sagt Katrin Nake. So entschied sie sich, einen neuen Berufszweig aus dem Bereich Therapie mit Tieren einzuschlagen. "Für mich stand schon immer fest, dass es ein Beruf mit Tieren sein muss. Ich wollte Tieren helfen, sie aber nicht operieren."

Jetzt hilft Alf ihr bei ängstlichen Hunden in der Praxis: "Die Angsthunde sehen an ihm, dass ich ihnen nicht Böses will." Ob sie nun endgültig beruflich angekommen sei? Das verneint Katrin Nake. "Ich möchte mich auf jeden Fall weiterbilden. Ein Wunsch wäre die osteopathische Ausbildung für die Behandlung von Sport- und Diensthunden." Auch Alf trägt den Titel "Diensthund", denn er war entscheidend für Frauchens Berufsweg: Zusammen sind sie einfach das perfekte Team.

(RP)