Karneval in Mönchengladbach : So geht ein Möhnen-Kostüm

Mareike Schmidt der von Schwarz-Gold Rheydt hat rund 25 Jahre Erfahrung, wenn es ums Verkleiden als Möhne geht. Sie gibt Tipps zum traditionellen Altweiber-Kostüm.

Das Wichtigste ist, dass am Ende niemand mehr erkennt, wer unter einem Möhnenkostüm steckt. Damit die Frauen an Altweiber – ihrem großen Tag im Karneval – unerkannt „Schindluder“ treiben können, wie Mareike Schmidt sagt. Die 43-Jährige ist Profi, wenn es darum geht, sich als Möhne zu kostümieren. Seit mehr als 25 Jahren verkleidet sich die Giesenkirchenerin am Karnevalsdonnerstag als alte Frau.

Immer gut sei es, sagt sie, die eigene Figur zu verändern. Ein übergroßer BH kann mit Socken ausgestopft werden, eine weite Hose unterm Rock bietet viel Platz für Kissen. Darüber ziehen Möhnen dann möglichst alte Kleidung von Oma oder Uroma. „Die bekommt man aber immer seltener“, sagt Schmidt. Wer also eine Zukunft als Möhne plant: am besten aussortierte Kleidung von alten Damen bunkern.

Zu der alten Kleidung kommen Accessoires wie Handtasche und Kette. Wichtig sind Dinge, die Haut und Körper verdecken, wie etwa Handschuhe und Schals. So ist es für die Männer an Weiberfastnacht noch schwieriger zu erraten, wer in welchem Möhnenkostüm steckt.

Am Ende braucht eine Möhne noch eine Maske, am besten mit integrierter Perücke. Ein Kopftuch oder ein Hut machen das Kostüm perfekt. Weil es unter einer Gummimaske warm wird und der Schweiß fließt, hat Schmidt noch einen Tipp: „Einfach eine Damenbinde ins Kinn der Maske kleben.“ Wer keine Maske tragen will, kann sein Gesicht zum Beispiel mit einer falschen Nase, aufgeklebten Warzen und einer Brille unkenntlich machen.

Weil die Möhnentradition in den vergangenen Jahren in Mönchengladbach etwas eingeschlafen ist, will Schwarz-Gold Rheydt sie wieder befeuern. Die Jugendabteilung war im vergangenen Jahr schon dabei. Am Donnerstag wird sich Mareike Schmidt in ihrem Keller mit etwa zehn anderen Frauen von Schwarz-Gold Rheydt treffen. Dann bringen alle ihre Möhnen-Utensilien mit und leihen sich gegenseitig alte Röcke und schmucke Handtäschchen. Dabei sei jeder Möhne freigestellt, ob sie sich eher elegant oder altbacken kleiden will, findet Schmidt. „Ich bin einmal auch als alte Putzfrau mit Gummistiefeln, Kittel und Eimer gegangen“, sagt sie.

Am Ende wird die Maske übergezogen: Die Hauptsache bei einem Möhnenkostüm ist, dass die Trägerin nicht mehr erkannt wird. Fotos (6): Milena Reimann. Foto: Milena Reimann

Nach dem Rathaussturm in Giesenkirchen geht es am Donnerstagabend für die Möhnen ins Turnerheim Nordstraße zum Altweiberball ihrer KG. Dort gilt es dann, nicht von den Männern erkannt zu werden – zumindest eine Weile lang. „An Gestik und Mimik erkennen die meisten dann doch nach einer halben Stunde, wer wer ist“, sagt Schmidt. Wer besonders engagiert ist, muss also nicht nur sein Aussehen sondern auch seine Bewegungen verändern. So habe eine Frau es einmal geschafft, drei Stunden lang gebückt zu gehen – sie wurde laut Schmidt nicht erkannt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: In fünf Schritten zum Möhnen-Kostüm

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